Bisher war es kein Problem, dass nur Sky als Monopolist übertrug, das Kartellamt hatte das unter Auflagen gebilligt. Für die gerade abgelaufene Rechteperiode waren die Kartellwächter damit zufrieden, dass Sky seine Spiele sowohl im linearen Fernsehen als auch im Internet als Stream anbot. Jetzt aber zwang das Kartellamt die DFL dazu, eine no single buyer rule einzurichten. Die sieht vor, dass mindestens zwei Käufer Livepakete erwerben können.

Ansonsten wäre das Kartellamt wohl gegen die Zentralvermarktung der DFL vorgegangen. Die DFL vermarktet im Namen aller Bundesligaclubs die Rechte. Das ist streng genommen eine Art Kartell. Doch so verhindert die DFL, dass der BVB bei Sky, die Bayern bei DAZN und der 1.FC Köln bei Express-TV laufen. Der Alptraum aller Fußballfans, sagen viele. Die Einzelvermarktung, die keine andere der großen europäischen Ligen hat, hat kaum Anhänger. Auch die meisten Clubs sind gegen die Einzelvermarktung, weil sie weniger einnehmen würden. Wohl nur der FC Bayern und der BVB hätten die Reichweite, um mit der Einzelvermarktung mehr Geld zu scheffeln. 

Die DFL verteilt den größten Batzen des TV-Geldes nach der Fünfjahreswertung. Die Reichen werden damit noch reicher, das ist im Fußball wie im Leben. Man hätte in den aktuellen Verhandlungen die Modelle auch etwas grundsätzlicher diskutieren können, vielleicht, um mehr Solidarität zu schaffen. Zum Beispiel, wenn der Letzte der Liga das Meiste und der Erste am wenigsten bekommen würde oder alle gleich viel. Der Spannung der Liga täte das gut. Doch Solidarität unter den Bundesligaclubs, das ist so eine Sache.

Wer ist DAZN?

Und nächstes Jahr wird es für die Fans noch teurer. Wer die Champions League gucken will, muss noch ein drittes Abo abschließen. Das ZDF hat die Übertragungsrechte verloren, die Königsklasse wandert hinter die Paywall. Auch dort teilt sich Sky dann die Übertragung: DAZN, sportlich schnittig ausgesprochen Dä-Soon, ist der zweite Sender. DAZN nennt sich Netflix des Sports und ist ein reiner Onlinesender. Man sieht dort Rugbyspiele aus Südafrika, Ligafußball aus England und Italien und Football aus den USA. Das Abo kostet 9,99 Euro im Monat. Experten mutmaßen aber, dass DAZN angesichts seines stattlichen Portfolios bald die Preise erhöhen wird und man noch nicht mal etwas einwenden könnte.

Das ergibt eine für den Fan unangenehme Situation. Er muss nach der WM in Russland (keine Sorge, die gibt es noch bei ARD und ZDF) drei Abos haben und mindestens 30 Euro im Monat zahlen, um alles zu sehen. Dabei kündigten in einer Umfrage des Verbraucherportals Aboalarm 85 Prozent der Befragten an, ihr Sky-Abo zu kündigen, falls Sky angesichts der neuen Rechteverteilung seine Preise nicht senkt. Fast 90 Prozent sagten, dass sie kein zweites Abo kaufen werden. Es droht eine Abkehr, die sich bereits in England zeigt: Die Fans schalten ab. Der Premier-League-Sender Sky hatte in der abgelaufenen Saison 14 Prozent weniger Zuschauer. Es war der größte Rückgang seit mindestens sieben Jahren, obwohl Sky vor der Saison noch mehr für die Rechte zahlte als jemals zuvor. Auch die deutschen Amateurfußballer fühlen sich angesichts immer neuer Anstoßzeiten, nun auch am Sonntag um 13:30 Uhr, im Stich gelassen.

Über Anstoßzeiten wurde allerdings bislang immer schon gezetert, am Ende stiegen die TV-Quoten aber doch weiter an. Der Fußballboom hält in Deutschland noch an.