Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Paris als Gastgeber der Olympischen Spiele 2024 und Los Angeles als Gastgeber der Sommerspiele 2028 bekanntgegeben. Zuvor hatten sich die Metropolen gemeinsam mit dem IOC auf diese Reihenfolge geeinigt. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat die Bewerbung von Los Angeles für Olympia 2028 begrüßt. Sie sei glücklich, dass ihr amerikanischer Amtskollege den wichtigen Schritt für die Vereinbarung gemacht habe, schrieb sie auf Twitter. Die Vereinbarung werde drei Gewinner schaffen: Paris, Los Angeles und das IOC.

Die Organisatoren in L.A. erhalten laut IOC in den nächsten Jahren insgesamt 1,8 Milliarden Dollar für Programme zur Förderung des Jugendsports. Zuvor muss der Vertrag aber noch von der Vollversammlung der IOC-Mitglieder am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima gebilligt werden. Ein Beschluss gilt als Formsache. Eine sogenannte Evaluierungskommission des IOC wird daraufhin das Organisationskomitee in den kommenden Jahren begleiten und darauf achten, dass es die vereinbarten Bedingungen und Versprechen einhält.

Die Doppelvergabe ist ein historisches Ereignis. Zuletzt waren 1921 zwei Spiele auf einmal vergeben worden, nämlich an Paris 1924 und an Amsterdam 1928. IOC-Präsident Bach hatte die Doppelvergabe in einer Grundsatzentscheidung am 11. Juli vorangetrieben. Die Doppelvergabe sei eine "goldene Gelegenheit", das Vergabeverfahren grundsätzlich zu überarbeiten, sagte Bach. In immer weniger Staaten, vor allem in Westeuropa, gebe es noch Bereitschaft der Menschen, Olympische Spiele zu unterstützen. Bachs Ansicht nach bringt das bisherige Vergabeverfahren außerdem zu viele Verlierer. Schon eine Bewerbung sei mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an.

Für die französische Hauptstadt werden es die dritten Olympischen Spiele, die letzten fanden 1900 und 1924 statt. Bewerbungen für 2008 und 2012 waren gescheitert. Auch in Los Angeles waren die Spiele schon zweimal zu Gast, in den Jahren 1932 und 1984. Für beide Bewerbungen gab es Lob, vor allem wegen der vergleichsweise geringen Kosten. Beide Städte wollen auf schon bestehende Wettkampfstätten zurückgreifen.

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen ihre Kandidatur zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen, die Ära des teuren Gigantismus bei Olympia sei vorbei.