Wer spielte wie gegen wen?

Die Spiele sind in unserem neuen Ticker-Tool dargestellt, das Sie während der Spiele live auf unserer Homepage finden. Eine kleine Besonderheit: Sie können Herzchen vergeben, pro Spiel eines, für das Team, das Sie nett finden (vor und während der Partien, nach Abpfiff nicht mehr). Der 1. Spieltag kam ohne Überraschung aus. Dortmund, Freiburg und Bremen erhielten am meisten.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Leverkusen, ein facettenreiches Duell, das uns was über die Liga gelehrt hat. Erstes Saisonspiel – und Christian Seifert gähnte schon. Hoffentlich kein bezeichnendes Bild, das die Kameras vom DFL-Boss in der Loge einfingen, der sich nicht mal die Hand vor den Mund hielt. Der Fifa-Schiri Tobias Stieler zeigte bei erstschlechtester Gelegenheit für weniger als eine Nichtigkeit eine Gelbe Karte, für den Leverkusener Dominik Kohr. Und die Bayernfans bestätigten an diesem Abend ihr Image: Kaum fing es ein bisschen zu nieseln an, flüchteten sie unter die Tribüne.

Vor allen Dingen konnte man in diesem einzigen Spiel von neun, in dem beide beteiligten Mannschaften ins Tor trafen, erkennen, wohin die Reise der Bayern geht. Vorne klappte es noch einigermaßen, obwohl für drei Tore drei billige Standards herhalten mussten. Leverkusen hingegen schoss dreimal so oft aufs Tor wie die Bayern. Die waren nämlich in der Defensive so löchrig wie dreißig Jahre getragene Loferl. Etwa war zu erkennen, dass Niklas Süle, der kopfballstarke Torschütze, mit seiner Körperlänge seinen taktischen Qualitäten ein paar Zentimeter voraus ist. Carlo Ancelotti gab sich besorgt, Oliver Kahn schimpfte. Wie anfällig diese Abwehr ist, haben nun die Konkurrenten sehen können. Dass man sich vor Bayern nicht mehr ins Mauseloch verkriechen muss, begreifen nun alle – bis auf die Schönredner vom Fernsehen, Uli Hoeneß vielleicht und die Kommentatoren der Community von ZEIT ONLINE.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hamburg gegen Augsburg. Da gewinnt der HSV zum ersten Mal seit sieben Jahren ein Auftaktspiel, doch alles sprach über Klaus-Michael Kühne. Der hatte vor dem Spiel ein Interview gegeben: "Hier bleiben immer die Luschen hängen", sagte der Investor dem Spiegel und bezeichnete Pierre-Michel Lasogga als "Flop des Jahrhunderts". Die Führung des Vereins sei, hanseatischer O-Ton, auf der "falschen Chaussee". Der Milliardär plauderte selbstironisch, dass er sich zurecht als Naivling belächeln lassen muss für sein kostspieliges, erfolgloses Hobby. Er verriet auch, dass er sich von dem Berater Volker Struth über den Tisch zie… äh informieren ließ, welche Spieler Markus Gisdol schätzt. Es sind natürlich Spieler aus dem Portfolio Struths, der zufälligerweise auch Gisdol betreut.

Dazu passt die postilloneske Nachricht aus dem Hamburger Abendblatt: Der Lebensmittelunternehmen Claus Kühne GmbH, bekannt für sein wolkenförmiges grünes Logo, das an vielen deutschen Kuhställen zu finden ist, bekommt Briefe von wütenden Fans. Die beschweren sich über Kühnes vermeintliches Engagement und drohen mit Boykott. "Sogar Empfehlungen für Spielerverpflichtungen waren bereits dabei", wird eine Sprecherin zitiert. Es ist natürlich extrem hohl, die beiden Kühnes zu verwechseln, denkt man im ersten Moment. Andererseits liegt es vielleicht auch nicht völlig fern, einen Vertreiber von Gurken mit dem HSV in Verbindung zu bringen.

Richtig tragisch wurde der Nachmittag durch Nicolai Müller. Der ist nämlich nicht Katarina Witt. Nach seinem Tor, das zum Siegtreffer wurde, setzte er einen einfachen Toeloop auf den Rasen. Bruchlandung, schmerzverzerrtes Gesicht, Kreuzbandriss, monatelange Pause, zudem die Eckfahne geknickt. Beim Jubeln verletzt, der HSV ist halt aus der Übung und kann nicht mal unfallfrei siegen.

Wer stand im Blickpunkt?

Domenico Tedesco. Beton ist ein "aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung hergestellter Baustoff", steht auf Wikipedia. Und elf königsblauen Fußballern, muss man seit Samstag ergänzen. Das war nämlich die Strategie, für die der neue Schalke-Trainer bei seinem Einstand gefeiert wurde. Gegen Leipzig, das inzwischen (oder noch) als Spitzenteam gilt, stellte sich sein Team hinten rein und beschränkte sich auf hauchdünn dosierte Mikroangriffe. Doch das war genug. Ein Elfmetergeschenk des Abwehrspielers Dayot Upamecano, der überflüssigerweise den einsamen Schalker Franco Di Santo rempelte, ein sehr strenger Schiri Felix Zwayer – Elfmeter, erstes Tor. Später noch ein Angriff, bei dem nur ein einziger Schalker, Jewhen Konopljanka, mitmachte – zweites Tor. "Für eine Heimmannschaft im ersten Heimspiel haben sie keinerlei Torgefahr ausgestrahlt", sagte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick leicht beleidigt. Sein Team hatte oft den Ball, blieb aber fast ohne Torschuss. Timo Werner, wegen der Schwalbe aus dem Vorjahr noch immer der Buhmann, kam seltener an den Ball als der Tormann. Er war auf dem Platz fast noch unsichtbarer als auf der Stadionleinwand, wo er als Einziger nicht eingeblendet wurde. Unsichtbarer als die Polizei erlaubt.

Bundesliga - "RB Leipzig, ein tolles, bodenständiges Projekt" Endlich, Teil 2 der Bundesliga-Vorschau: Wer wird Meister und wer ist das Arte des Fußballs? Unsere Sportredaktion, das Ressort mit Herz, verrät es.