Die ARD und Mehmet Scholl haben sich darauf geeinigt, ihre neun Jahre dauernde Zusammenarbeit ab sofort zu beenden. Damit verschwindet der Fußballexperte endgültig von den Kommentatorentischen in den Stadien, aus denen die ARD berichtet.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Sender mitgeteilt, mit Scholl weiterarbeiten zu wollen. Zuvor war er aus Protest nicht auf Sendung gewesen, weil er den Umgang der ARD mit dem Thema Doping für falsch hielt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren habe er beobachtet, dass ein von ihm nicht näher benannter ARD-Sender "grundsätzlich mit negativen Storys" aufmache. Laut Programmplan habe die Vorberichterstattung zu den Confed-Cup-Halbfinals vor wenigen Tagen mit einer fünf Jahre alten Dopingenthüllung aus Russland beginnen sollen, zitierte Meedia Scholl, der das in seiner BR-Sendung Mehmets Schollplatten thematisiert hatte.

In den Verlautbarungen zur Trennung wird das nicht erwähnt.

Übermittelt wurden freundliche Abschiedsworte: "Ich bedanke mich für tolle und ereignisreiche Jahre als Experte bei der ARD, es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht." ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bedankte sich "für die großartige Zeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat. Er hat den Zuschauern einen tiefen Einblick in den Fußball ermöglicht und sie bestens unterhalten."

Scholl hatte sich nach Bekanntwerden der Gründe für seine Pause genötigt gesehen, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, er habe nichts gegen Doping. "So ein Käse", sagte er. "Doping ist das Schlimmste für den Sport, das macht den Sport kaputt, den Sportler kaputt, das macht die Glaubwürdigkeit kaputt. Ich habe da eine ganz klare Meinung, Doping muss ganz, ganz hart bestraft werden."