Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Über den schwächsten Spieler des Saisonstarts, den Eurosport-Player. Schon während des 2. Spieltags vor zwei Wochen – für Eurosport war es der Abend der ersten Bundesliga-Übertragung – war vieles schiefgelaufen. Die Fans sahen keinen Fußball, sondern schwarz. Besonders bitter: Die Hamburger Fernsehzuschauer, seit Jahren ein Quotengarant, verpassten damals Livebilder vom 3:1-Sieg ihrer Mannschaft in Köln. Diesmal spielte wieder der HSV am Freitag, gegen Leipzig. Eurosport wollte Wiedergutmachung leisten, doch lieferte wieder Stockfehler. Bei manchen blieb der Stream stehen, das sah dann aus wie abstrakte Kunst. Auch gab es Zeitverzögerungen. Die Wut in der Republik wächst. Und die Hamburger verpassten, kein Witz, die Tabellenführung, waren beim 0:2 gegen Leipzig eher chancenlos. Trotzdem schimpfte Markus Gisdol über den Übertragungswahnsinn und nannte ihn eine Katastrophe. Der HSV-Vorstand Heribert Bruchhagen verlangt eine Art Krisengipfel. Dass die Fernsehbilder das größte Hamburger Problem sind, kann als bestes Zeichen für einen gelungenen Saisonstart der einstigen Bundesliga-Katastrophe gesehen werden.

Was machten die Frauen?

Einen guten Job. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte beim 1:1 zwischen Berlin und Bremen eine abgeklärte Leistung und lag damit über dem normalen Bundesliga-Schnitt. Beim Tor der Hertha wendete sie klug die Vorteilsregel an, später verweigerte sie der Heimelf zwei Mal zu Recht einen Elfmeter. Während des Spiels wies sie ein paar Mal das  Alphatier Vedad Ibišević zurecht, nach dem Abpfiff gab es Handshake mit allen, auch mit ihm. Geht es im deutschen Schiedsrichterwesen nach Leistung, dürfte der nächste Auftritt von Steinhaus nicht lange warten. In der Bundesliga gab es dagegen eine große Überraschung, der SC Freiburg besiegte den FC Bayern München auswärts 1:0. Es war nicht das Wochenende für den Stern des Südens.

Was war sonst noch wichtig?

  • Pierre-Michel Lasogga kann es noch. Bei seinem Debüt für Leeds United in Englands zweiter Liga schoss er zwei Tore, legte eins direkt vor und holte noch einen Elfmeter raus. Dem Rooney von der Elbe gelang in einem Spiel in England mehr als in all den Jahren beim HSV.
  • Felix Bastians vom VfL Bochum war der anständigste Kerl des Wochenendes. In der 63. Minute bekam Bastians beim Zweitliga-Spiel in Darmstadt einen Elfmeter zugesprochen. Doch im Gespräch mit dem Schiedsrichter gab er zu, dass es kein Foul gegeben hatte. Großes Fairplay bei einem 0:1-Rückstand. Den Lohn für Bastians gab es trotzdem. In der Schlussphase drehte Bochum das Spiel.

Was war das Zitat des Wochenendes?

"Offenbar hat sich Robert von den Paris-Transfers irritieren lassen. Er ist bei uns als Fußballer angestellt – und verdient sehr viel Geld. Ich bedauere seine Aussagen. Schon in der Rückrunde hatte er nach dem Freiburg-Spiel unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre."

Karl-Heinz Rummenigge kontert Robert Lewandowski via Bild-Zeitung.