Ein Jahr nach seinem Olympiasieg hat der Kenianer Eliud Kipchoge zwar den 44. Berlin-Marathon gewonnen, den erhofften Weltrekord aber verpasst. 35 Sekunden haben ihm am Ende gefehlt. Auf regennassen Straßen brauchte der 32-Jährige am Sonntag 2:03:32 Stunden. Kipchoge blieb damit über der Bestmarke von 2:02:57 Stunden, die sein Landsmann Dennis Kimetto vor drei Jahren beim Berlin-Marathon aufgestellt hatte

Zweiter nach den 42,195 Kilometern wurde überraschend der äthiopische Debütant Guye Adola in 2:03:46 Minuten. Der Mitfavorit Wilson Kipsang aus Kenia war bei Kilometer 30 ausgestiegen. Auch der deutsche Olympiateilnehmer Philipp Pflieger aus Regensburg gab nach einem Schwächeanfällen zwischen Kilometer 33 und 34 auf. Kipchoge, der in diesem Jahr nach 2013 und 2015 zum dritten Mal teilnahm, lieferte sich ein spannendes Duell mit dem 26 Jahre alten Adola und setzte sich erst drei Kilometer vor dem Ziel ab. Seine Siegprämie beträgt 40.000 Euro.

Im Mai hatte Kipchoge versucht, die Marathonstrecke in weniger als zwei Stunden zu schaffen. Am Ende brauchte er 2:00:25 Stunden. Die Zeit wurde aber nicht als Weltrekord anerkannt, weil er die Strecke quasi unter Laborbedingungen bestritten hatte, nämlich auf der Formel-1-Piste im italienischen Monza, wo er wechselnde Tempomacher einsetzte, die ihm vom Start bis ins Ziel Windschatten schufen. Das ist in regulären Rennen nicht erlaubt.

In der Frauenwertung beim Berlin-Marathon siegte ebenfalls eine Kenianerin, Gladys Cherono. Die 34-Jährige galt als Favoritin und setzte sich am Sonntag in 2:20:23 Stunden durch. Schon vor zwei Jahren hatte sie mit der Weltklassezeit von 2:19:25 Stunden gesiegt.

Zweite wurde Ruti Aga aus Äthiopien in 2:20:41 Stunden vor der Kenianerin Valary Ajabei (2:20:53). Die deutsche Teilnehmerin Anna Hahner kam bei ihrem ersten Marathon seit den Olympischen Spielen als Fünfte in 2:28:32 Stunden ins Ziel. Damit hat die 27-Jährige auch gleich die Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 ebenfalls in Berlin erreicht.