Wer spielt wann gegen wen?

Direkter als jede Bundestagswahl: Unser Ticker-Tool. Die Ansetzungen sind hier in unserem neuen Tool dargestellt, das Sie ab Freitagabend während der Spiele auch live auf unserer Homepage finden werden. Eine kleine Besonderheit: Sie können Herzchen vergeben. Pro Spiel eines. Für das Team, das Sie nett finden. Wir sind gespannt.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Freiburg gegen Dortmund. Aber das werden Sie ja eh nicht, liebe Leser. Es ist Ihr Herzchen-Duell. Diesen beiden Vereinen vergeben Sie, wie erwartet, die meisten Likes in unserem neuen Ticker-Tool. Allenfalls Werder Bremen kann da noch mithalten (aber bei einem Bundesliga-Spiel können ja leider nicht drei Mannschaften teilnehmen). Der BVB, auch wenn er noch so viele Zigmillionen bewegt, ist der Rookie der Liga, der ewige Underdog, der den Bayern ein Bein stellt. Vielleicht bekommen wir den neuen ukrainischen Stürmer Andrij Jarmolenko zu sehen. Ein teurer Spieler, auch wenn er weniger als ein Fünftel von Dembélé wert ist. Und das kreative Spiel Freiburgs, auch wenn keiner hinguckt, lieben alle. Am Samstag wird es in Deutschlands Akademikerhaushalten, in Kreuz-, Prenzlauer- und anderen Hipsterbergen, unter Gutmenschen, bei Grünenwählern und Günter-Grass-Lesern, sowie unter allen, die die Attitüde pflegen, Abitur zu haben und trotzdem Fußball zu mögen, zu inneren Zerrissenheiten kommen. Am Samstag stellt sich halb Deutschland die Frage: Können nicht beide gewinnen?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Hoffenheim. Ein Spiel, von dem sich viele unserer Leser wünschen, es wäre manipulierbar wie die Wahlsoftware. Dann würden beide verlieren. Es ist das Anti-Herzchenduell. Wie schade. Denn Sie verpassen, wie Sebastian Rudy seinen früheren Kollegen zeigt, dass er auch gegen sie elegante Pässe über 60 Meter, aber auch öffnende über 5 Meter schlagen kann. Dem Kicker sagte er vor dem Spiel: "Ich will eine feste Größe bei den Bayern werden." Macht er so weiter, dauert das nicht mehr lange. Auch Niklas Süle, der andere Ex-Hoffenheimer, überstand die ersten Spiele fehlerfrei. Und seine früheren Kollegen in Sinsheim vermissen ihn offenbar. Zuletzt rannte Hoffenheims Dreierkette häufig hinterher. Gut zu sehen war es in Liverpool: Dort sahen die Hoffenheimer Abwehrspieler neunzig Minuten nur die Rückennummern der gegnerischen Stürmer. Wie gut, dass Spiele gegen München für den Trainer Julian Nagelsmann Termine im Assessment Center sind. "Wenn Carlo irgendwann mal sagt, er hat keinen Bock mehr, und mich einer anruft, denke ich drüber nach", sagte er vor der Saison zu den Gerüchten. Jetzt sei es respektlos, darüber zu reden. Ob das im Frühjahr auch noch so sein wird?

Wer steht im Blickpunkt?

Bibiana Steinhaus. Die Welt wird besser, wenn Frauen entscheiden, zumindest ein bisschen. Ob diese Theorie stimmt, kann man ab Sonntag empirisch prüfen. Dann, wenn Hertha auf Werder trifft, wird Steinhaus als erste Frau ein Bundesliga-Spiel leiten. Unter den Schiedsrichtern, sagt sie, sei sie "die einzige mit blondem Pferdeschwanz". Sie pfeift seit mehr als zwanzig Jahren, hat sich in der Männer- und Machoszene Fußball durchgesetzt, sich auch Berührungsversuchen von außen erwehren müssen, etwa die Pep Guardiolas. Die größten Bedenken gab es aber intern. Im Alter von 38, also sehr spät, ist sie in die höchste Klasse aufgestiegen, obwohl ihre Noten das früher nahegelegt hatten. Ihr Kollege Manuel Gräfe führte das auf die ehemaligen Schiri-Chefs Herbert Fandel und Hellmut Krug zurück, die seiner Meinung nach nicht nach Leistung befördert hätten, sondern nach persönlichen Vorlieben. Der Fall Steinhaus sei für diese Politik "exemplarisch". Ihre verdiente Chance habe Steinhaus erst erhalten, als Lutz Michael Fröhlich vor einem Jahr beim DFB die Leitung übernahm. Krug bestreitet die Kritik, doch Steinhaus gab Gräfe indirekt Recht. Als sie im ZDF-Sportstudio darauf angesprochen wurde, betonte sie die Rückendeckung durch Fröhlich und die "große Unterstützung von meinen Freunden und meiner Familie" während der vergangenen Jahre. "Ich möchte gar nicht zurückgucken." Das war eindeutig. "Jetzt hab ich die Chance erhalten, diese Chance werde ich nutzen." Hertha nutzt den historischen Anlass für ein "Bibiana-Steinhaus-Ticket": Frauen zahlen am Sonntag nur die Hälfte.