Wenn die Gefahr besteht, dass Fußballfans Spiele stören werden, sind bundesweite Stadionverbote grundsätzlich rechtmäßig. Das stellte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) in einem Urteil klar. Damit wies es zugleich Schadenersatzansprüche betroffener Fans zurück. Fußballfans und Mitglieder eines Vereins sogenannter Ultras hatten gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geklagt.

Auslöser für die Stadionverbote in dem Fall waren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern verschiedener Fußballvereine am Flughafen Dortmund im Vorfeld eines Bundesligaspiels im März 2013. Gegen die Fans wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet, woraufhin der DFB bundesweite Stadionverbote unterschiedlicher Dauer aussprach. Nach Einstellung der Ermittlungen im November 2013 wurden die Verbote wieder aufgehoben.

Betroffene Fans klagten daraufhin auf Schadenersatz, weil ihrer Ansicht nach die Stadionverbote unwirksam waren. Sie forderten eine Entschädigung von pauschal 500 Euro für den entgangenen "Genuss der Spiele" sowie die Erstattung ihrer Rechtsanwaltskosten. In erster Instanz sprach ihnen das Landgericht Schadenersatz für die Anwaltskosten zu.

Stadionverbote wirken auch präventiv

Gegen die Entscheidung zogen sowohl die Fußballfans als auch der Verband vor das Oberlandesgericht. Das Gericht entschied nun, dass keinerlei Zahlungen zu leisten seien. Mit der Verhängung der Stadionverbote sei "keine schwere Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts" der Kläger verbunden gewesen, so die Richter. Die Fans haben demnach auch keinen Anspruch auf Erstattung ihrer Anwaltskosten.

Stadionverbote bezwecken nach Ansicht des Gerichts eine "präventive Wirkung". Dies rechtfertige es, sie auch gegen Besucher auszusprechen, die zwar nicht wegen einer Straftat belangt würden, deren "bisheriges Verhalten" aber die Sorge zulasse, dass sie bei künftigen Spielen "sicherheitsrelevante Störungen" verursachen würden. Der DFB habe damit zu Recht die Stadionverbote ausgesprochen. Auch die Dauer der Verbote sei nicht willkürlich gewesen.