Wer spielt wann gegen wen?

Es ist wieder Herzchenzeit. Verschenken Sie Ihres. Bald schon werden wir die gesammelten Herzen der Saison in einer Tabelle präsentieren. Es riecht schon nach Überraschungen.


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hamburg gegen Bremen. Das Nordderby, das ewige Spiel. Es ist das 107. Aufeinandertreffen der beiden Clubs, kein Spiel gab es in der Bundesliga häufiger. Man denkt an Uwe Seeler, an Ernst Happel und Otto Rehhagel. Man denkt an den toten Fan Adrian Maleika, an Ditmar Jakobs und den Karabinerhaken, an Tim Wieses Kung-Fu-Tritt und diese Papierkugel. So viel Geschichte, so viele Geschichten. Seit einigen Jahren gilt zwar der alte Kalauer: Willst du die Nordclubs oben sehen, musst du die Tabelle drehen. Es spielt der 15. gegen den 17., da macht das Zusehen nicht immer den größten Spaß. Aber Fußball und die Emotionen rundherum speisen sich nicht nur aus dem Jetzt, sondern auch aus Erinnerungen. Tradition ist kein Wert an sich, aber schöner ist es mit.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Eigentlich ja alle. Eigentlich sollten wir die Bundesliga Bundesliga sein lassen und Mannschaften zuschauen, die auch Spiele gewinnen. Die deutsche Europapokalbilanz dieser Woche: 6 Spiele, 6 Niederlagen, 2:12 Tore. Nun mussten der BVB und Bayern gegen Real Madrid und Paris St. Germain ran, gegen die verlieren auch andere. Und es ist auch nicht so, dass niemand eine gewisse deutsche Schwäche antizipiert hätte. Aber dass auch Ludogorez Rasgrad und Östersunds FK eine Nummer zu groß sind, hätten nicht mal wir Schwarzseher gedacht. Die Liga der Weltmeister verliert jetzt auch in Nordostbulgarien.

Wer steht im Blickpunkt?

Willy Sagnol, der neue Trainer der Bayern. In Berlin wird er erstmals auf der Bank sitzen. Der Franzose spielte von 2000 bis 2009 schon beim FC Bayern, war Publikumsliebling ("Williiii") und gewann mit ihm die Champions League. Zudem gab er der berüchtigten Willy-Sagnol-Gedächtnisflanke ihren Namen. Sagnol war einer dieser heute kaum noch vorstellbaren Außenverteidiger, die die gegnerische Grundlinie nur aus dem Fernsehen kannten. Kaum in des Gegners Hälfte eingedrungen, stoppte Sagnol und löffelte den Ball in den Strafraum. Dort versuchten Giovane Élber, Michael Ballack, Roy Makaay oder Luca Toni den Ball, auf dem oft Schnee lag, als er runterkam, irgendwie gefährlich aufs Tor zu bugsieren. Sagnol, der zu seiner aktiven Zeit gerne noch direkt im Stadion eine Zigarette rauchte, gilt als kluger Kopf. Wie man eine Spitzenmannschaft trainiert, weiß er aber noch nicht. Seine bisher einzige Vereinsstation war Girondins Bordeaux, dort wurde er 2016 beurlaubt. Auch für den Co-Trainer-Posten beim FC Bayern war er nicht erste Wahl, kurz vor seiner Anstellung kritisierte er Ancelotti sogar noch in einem Interview. Aber so schnell kann es gehen, nun ist er Bayern-Trainer. Wie lang, das hängt wohl weniger von seinen Ergebnissen ab als davon, wie schnell der FC Bayern den Coach seiner Wahl verpflichten kann. Die heißesten Kandidaten sind ein Männermodemodel aus New York und ein Wunderkind, das allerdings erst einmal rausfinden muss, wie man gegen – Moment, wir müssen noch mal googeln – Ludogorez Rasgrad besteht.