Der Fußballbundesligist Hamburger SV muss künftig auf die Unterstützung seines Mäzens und Anteilseigners Klaus-Michael Kühne verzichten – sagt zumindest Kühne selbst. "Für mich ist jetzt erst mal Schluss", sagte der Unternehmer dem Handelsblatt und erneuerte in dem Gespräch auch seine Kritik an der Transferpolitik der Hamburger Clubführung. 

"Der Verein hat wahnsinnig schwierige Zeiten hinter sich", sagte Kühne. "Es gab etliche Wechsel. Auch Spielereinkäufe entpuppten sich als Flops. Ist doch klar, dass man da mal unruhig wird, wenn man so viel Geld investiert wie ich." Bereits Mitte August hatte Kühne im Spiegel die Personalpolitik des Vereins hart angegangen. "Der HSV ist ein Phänomen, weil die Luschen immer hier hängen bleiben", hatte er im Interview mit dem Magazin gesagt.

Nach eigenen Aussagen hat der Milliardär Kühne rund 60 Millionen Euro in den Verein investiert, wovon etwa die Hälfte eine echte Beteiligung an der HSV Fußball AG, der Profi-Abteilung des Clubs, ist. Hatte Kühne seinem HSV in der vergangenen Saison noch die Lizenz für die Fußballbundesliga gerettet, hatte er zuletzt immer wieder damit gedroht, sich aus dem Verein zurückzuziehen. Für Kritiker des Investors würde dies keinen Unterschied machen. Ihnen zufolge hat sich die Situation des HSV auch mit Kühnes Millionen nicht verbessert.

Gleichwohl will die HSV-Führung an ihrem umstrittenen Mäzen festhalten. Von einer Abkehr des wichtigsten Geldgebers will zumindest HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen nichts wissen. "Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass das Verhältnis zwischen Kühne und dem HSV behaftet ist, das Gegenteil ist richtig", sagte er im Volksparkstadion. Der Verein sei für Kühne "eine Herzensangelegenheit", die Kommunikation mit Kühne sei von "Herzlichkeit und Emotionalität" geprägt.

Für Bruchhagen stellt sich die Frage der finanziellen Unterstützung gegenwärtig auch gar nicht. Ihm zufolge muss der Verein erst im März 2018, also für das Lizenzierungsverfahren zur neuen Spielzeit, überlegen, ob er zusätzliche Hilfe benötigt.