Wer spielte wie gegen wen?

Seit dieser Saison dürfen Sie Herzchen vergeben. Am wenigsten erhielten an diesem Spieltag wieder mal die Wolfsburger. Was haben Sie nur gegen die, liebe User?

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Hannover gegen Dortmund. Die Borussia verteidigt so, wie Muhammad Ali manchmal boxte: ohne Deckung. Bloß dass der inzwischen verstorbene Champ sich das erlauben konnte, weil er seinen Gegnern Klassen überlegen war. Der BVB hingegen ließ zuletzt neun Gegentore in drei Spielen zu. Der Sturm lässt nach, das Mittelfeld erlaubt sich nonchalante Ballverluste, doch den größten Schlamassel verursachen die Defensiven. Immer wieder stürzen sich die Abwehrleute auf den ballführenden Gegner, nicht selten ohne jede Erfolgsaussicht. Um im Boxjargon zu bleiben: Sie schlagen so lange mit dem Gesicht auf die Faust des Gegners, bis diese bricht. Hannover spielt eine tolle Saison, hat aber in neun Spielen erst zehn Tore geschossen. Gegen Dortmund trafen sie vier Mal, immer nach Kontern.

Beim BVB stellt sich zum einen schon lange die Frage nach der Personalpolitik: Der BVB hat wendige, dribbelstarke Angreifer für drei Spitzenteams, aber kaum einen Verteidiger von Format. Schon unter Jürgen Klopp bekam Dortmund zu viele Gegentore, mit Thomas Tuchel wurde es nicht besser. Unter Peter Bosz kassierten die Borussen bis vor Kurzem zwar kaum eins, doch schon bei manchen Siegen täuschten die Zahlen: Gladbach zum Beispiel hätte beim 1:6 im September auch sechs Tore schießen können.

Damit sind wir beim zweiten Punkt: Die Taktik von Bosz wirkt naiv. Seine Elf verteidigt zu riskant, zu weit weg vom Tor. Die Debatte darüber lässt sich nicht mehr aufhalten, sie wird auch vereinsintern geführt. Vielleicht stellt sich auch die Frage neu, ob Bosz tatsächlich ein besserer Trainer ist als Tuchel. Und ob das hohe Risiko, das Aki Watzke mit der Tuchel-Entlassung einging, ihn nicht einholt.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bremen gegen Augsburg. "Nourituri te salutant" ("die dem Tod Geweihten grüßen Dich") oder so ähnlich heißt es bei Asterix. Alexander Nouri gelang in der Vorsaison eine erfolgreiche Rückrunde, die fast mit der Europacup-Qualifikation für Werder endete. Es war bei den vielen knappen Siegen aber auch ein bisschen Glück dabei, vielleicht auch ein bisschen mehr. Schon damals ließ Nouri Zweifel aufkommen, ob er einen guten Blick für Klasse hat. Dass er den inzwischen 39-jährigen Claudio Pizarro gehen ließ, konnte man noch verstehen. Aber Serge Gnabry, inzwischen in Hoffenheim, spielte unter Nouri keine Hauptrolle, obwohl er im Vorjahr Werders bester Fußballer war. Nach zehn Spielen in der aktuellen Saison steht Werder noch ohne Sieg und mit nur drei Toren da, ist kurioserweise dennoch nicht Tabellenletzter. Manager Frank Baumann wurde nach der Pleite gegen Augsburg gefragt, ob Nouri auch am nächsten Spieltag Werder-Trainer sei. Er sagte: "Ich kann das nicht beantworten." Alles klar.

Wer stand im Blickpunkt?

Jann-Fiete Arp. Der HSV ist, wie erwartet, längst wieder im Abstiegskampf, erst recht nach dem 1:2 in Berlin. Doch es gibt Hoffnung und die ist 17 Jahre alt. Arp traf erstmals bei seinem zweiten Joker-Einsatz. Für die deutsche U17 schoss der lange Stürmer achtzehn Tore in 19 Spielen. Nun ist er der erste Bundesliga-Torschütze, der in diesem Jahrtausend geboren wurde. Arp ist am 6. Januar geboren, da wird der Experte skeptisch, Januarkinder haben als Jugendliche einen Vorteil, der sich später rauswächst. Aber das muss ja nicht im Umkehrschluss heißen, dass sie tatsächlich untalentierter sind. Vor der Saison hat Arp angeblich ein Angebot von Chelsea abgelehnt. Doch wenn er hält, was er andeutet, darf man gespannt sein, wie lange er beim HSV bleibt. Gute Fußballer, die was werden wollen, bleiben dort selten auf Dauer.

Wer spielt im Achtelfinale des DFB-Pokals?

FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart

Bayern München – Borussia Dortmund

SV Werder Bremen – SC Freiburg
Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 

FC Schalke 04 – 1. FC Köln
1. FC Nürnberg – VfL Wolfsburg 

1. FC Heidenheim – Eintracht Frankfurt

SC Paderborn – FC Ingolstadt

(Termin: 19. und 20. Dezember)