Jupp Heynckes soll nach Informationen der Bild-Zeitung und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) neuer Trainer des FC Bayern München werden und die die Mannschaft des Bundesligisten bis zum Saisonende übernehmen. Wie dpa von einer "absolut verlässlichen Quelle innerhalb des Vereins" erfahren haben will, müssen noch einige Detailfragen geklärt werden, was aber "in den nächsten Tagen" erledigt sein soll. Eine offizielle Bestätigung für diese Personalie gibt es bislang nicht.

Tuchel zu riskant

Der 72-jährige Heynckes gilt als Kenner des Vereins und als Freund von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Er trainierte die Münchner bereits dreimal und erreichte bei seinem letzten Engagement das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions League, bevor von Pep Guardiola abgelöst wurde. Seitdem hatte der frühere Profi bei Borussia Mönchengladbach keinen weiteren Verein betreut. 

Wie die Bild berichtet, will die Vereinsführung um Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge die Mannschaft zunächst keinem Trainer anvertrauen, der noch ohne Bayern-Erfahrung ist. Das trifft etwa auf den bisherigen Favoriten für diesen Posten, den früheren Dortmunder Trainer Thomas Tuchel, zu.

Dem Bericht zufolge waren die Verantwortlichen an der Säbener Straße auch nicht davon überzeugt, dass ausgerechnet der zwischenmenschlich als schwierig verschriene Tuchel die unter Ancelotti entstandenen Missstimmungen innerhalb der Mannschaft lösen kann. Heynckes wiederum kennt mehr als ein halbes Dutzend Profis noch von früher, darunter die zuletzt unzufriedenen Offensivspieler Arjen Robben, Franck Ribéry und Thomas Müller.

Nagelsmann könnte Heynckes folgen

Dass die Münchner nun Jupp Heynckes engagieren, deutet nach Branchenexperten zudem darauf hin, dass in der kommenden Saison tatsächlich Julian Nagelsmann übernehmen könnte. Der 30-jährige trainiert derzeit die TSG 1899 Hoffenheim und gilt als Favorit von Präsident Hoeneß. Zuletzt hatte er in einem Interview gesagt, dass das Traineramt bei Bayern sein Traum sei. Eine Freigabe während der Saison in Hoffenheim war aber unwahrscheinlich. Laut dpa weist der FC Bayern Spekulationen, Heynckes sei nur Platzhalter, zurück. Diese entbehrten zum jetzigen Zeitraum jeglicher Grundlage, hieß es demnach.

Die Münchner hatten sich in der vergangenen Woche einen Tag nach dem 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain von Trainer Carlo Ancelotti getrennt und zunächst Co-Trainer Willy Sagnol interimsweise übernehmen lassen. Ob der Franzose im Trainerteam bleibt, war zunächst unklar.