Haben Sie sich je gewundert, warum die Los Angeles Lakers eigentlich Lakers heißen? Im heißen Kalifornien gibt es zwar den ein oder anderen Tümpel, aber nichts so Beeindruckendes, das man danach ein berühmtes Basketballteam benennen würde. Die Antwort ist recht simpel und steht für eine seltsame Besonderheit des amerikanischen Profisports. Bis 1960 spielten die Lakers in Minneapolis, Minnesota, im Land der 10.000 Seen. Dann zog der ganze Club einmal quer durchs Land in den Südwesten.

Dass Vereine einfach so von einem Ort zum anderen ziehen, wäre in Deutschland undenkbar, der FC Bayern nach Hamburg, der 1. FC Köln nach Leipzig, was wäre hier los? In den USA aber ist das üblich. In der NBA etwa waren die Sacramento Kings schon in Rochester, Cincinnati und Kansas City beheimatet. In der NHL wurden die Québec Nordiques von Kanada nach Denver verfrachtet und heißen seitdem Colorado Avalanche. In der MLB wanderten die Montreal Expos in die US-Hauptstadt und wurden zu den Washington Nationals.

Die Liebe der Fans? Pfff!

Die Proficlubs in den USA gehören in der Regel reichen Besitzern, die mit den Teams Geld verdienen wollen. Es gibt keine Auf- und Abstiege. Dafür muss ein Club auch schon mal die Liga verlassen, wenn mit ihm kein Geld mehr zu verdienen ist. Sinken Zuschauerzahlen und Einschaltquoten, wird es eng für die Mannschaften. Tradition oder solche Absurditäten wie die Liebe der Fans spielen in den Überlegungen der Besitzer keine Rolle.

Dass diese Verpflanzungen aber nicht immer gelingen wollen, zeigt in dieser NFL-Saison das Beispiel Los Angeles. 20 Jahre gab es in der zweitgrößten Stadt des Landes keinen Profi-Football zu sehen. Ein großer Markt, den es zu befriedigen galt, so die Kalkulation der Clubbesitzer. 2016 zogen also die Rams von St. Louis nach Los Angeles, die Chargers aus San Diego folgten in diesem Jahr. Das Problem: Beide Vereine möchte kaum jemand spielen sehen.

Die Rams zählten in ihren bisherigen drei Heimspielen in Los Angeles rund 59.000 Zuschauer pro Partie, in das Memorial Coliseum passen insgesamt 93.000 Menschen – das Stadion ist also nur zu 63 Prozent ausgelastet, für NFL-Verhältnisse ein mieser Wert. Die Chargers spielen schon im kleinsten aller NFL-Stadien, das StubHub Center fasst nur 27.000 Zuschauer. Aber nicht einmal das können sie füllen. Durchschnittlich kommen nur 25.400 Fans. Dabei sollen sie in drei Jahren zusammen mit den Rams in einer 2,6 Milliarden Dollar teuren, 70.000-Mann-Arena spielen, die gerade neu gebaut wird.

Auch aus sportlicher Sicht gehören die Rams und die Chargers zu den schlechteren Teams der Liga. Die Rams standen zuletzt 2004 in den Playoffs, die Chargers 2013. Bei den Rams läuft es in ihrer zweiten Saison nach dem Umzug besser, trotzdem sinken die Zuschauerzahlen. Im Vorjahr kamen im Schnitt noch mehr als 83.000 Zuschauer.

"Zwei mittelmäßige NFL-Teams hierher zu bringen ist schwierig, auch aus finanzieller Sicht", sagt Eric Wang, 42-jähriger Sportfan, der seit elf Jahren in Los Angeles lebt. Neben den Rams und den Chargers gibt es noch viele weitere Profi-Teams in Los Angeles, die um die Gunst der Fans werben: die Kings (Eishockey), Clippers und Lakers (Basketball), Dodgers und Angels (Baseball) sowie LA Galaxy (Fußball).