Wer spielt wann gegen wen?

Wir sammeln wieder Herzchen. Bisher auf Herzchenmeisterkurs ist übrigens der SC Freiburg. In Wolfsburg muss man sich dagegen Sorgen um den Sympathieklassenverbleib machen.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Bayern, mehr geht nicht im deutschen Fußball. Und bis vor ein paar Wochen dachte man noch, es könnte ein ordentliches Spitzenspiel werden, vielleicht sogar ja ein echtes Duell um die Meisterschaft, gab's ja lange nicht mehr. Nun aber das: Nach dem besten Bundesligastart seiner Geschichte ist der BVB völlig außer Form. Immerhin gelang am Mittwoch mit einem 1:1 gegen den Tabellenachten der zypriotischen Liga ein Achtungserfolg. Die Bayern kommen mit dem ganzen Mia-san-mia einer Mannschaft, die sechs Spiele hintereinander gewonnen hat. Die Gegner waren zwar nur die Elf von Freiburg, die Elf von Celtic (zweimal), die Zehn von Hamburg und die Zehn von RB Leipzig (zweimal), aber wen kümmert's? Andererseits: Mit einem Sieg wäre der BVB wieder Tabellenführer. Solch eine Krise hätte doch jeder gern.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wenn der Dritte gegen den Vierten spielt, ist das eigentlich auch ein Spitzenspiel. Doch womöglich würde RB Leipzig, das Hannover 96 empfängt, gerne kurz die Zeit anhalten. Sich schütteln, durchpusten, sammeln. Drei Niederlagen in einer Woche mussten Didi Mateschitz' Lieblinge einstecken. Bei der ersten gegen die Bayern durfte man noch über den Schiri schimpfen, bei der zweiten musste man festhalten, dass es auch mit einem Mann weniger nicht verboten ist, aufs Tor zu schießen, und in Porto ließen sich die jungen Leipziger nach Standardsituationen überrumpeln. Lehrgeld nennt man das. Es ist ja auch eine ungewohnte Belastung für die Sachsen: Englische Wochen kannte man dort bislang nur, wenn es in der Kantine mal Fish and Chips gab. Nun kommt also Hannover, der Aufsteiger, ausgeruht und maximal euphorisiert. Die haben gar einen neuen Publikumsliebling, Ihlas Bebou, einen Togolesen, der schneller von Strafraum zu Strafraum sprintet, als Gerhard Schröder Rosneft sagt. 

Wer steht im Blickpunkt?

Florian Kohfeldt, der neue Trainer des SV Werder. 35 Jahre ist er jung und liegt damit voll im Trend. Demnächst werden Bundesligatrainer wohl direkt aus der Kita heraus verpflichtet. Kohfeldt ist Einserschüler, war Jahrgangsbester des DFB-Trainerlehrgangs 2015. Wir als Dauerversetzungsgefährdete wissen natürlich, dass Noten nur Schall und Rauch sind. Die meisten Jahrgangsbesten der Trainerausbildung stehen mittlerweile ohne Job da. Kohfeldt betreut Werder zunächst interimsweise, parallel wird ein neuer Trainer gesucht. Doch bei Erfolg, so heißt es, könnte Kohfeldt länger bleiben. Laut Süddeutscher Zeitung sagte Kohfeldt, seine Karriere werde sowieso irgendwann in der Bundesliga enden. Sehr bescheiden, der junge Mann.