Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den bereits vor einem Jahr verabschiedeten Grundlagenvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch einmal bestätigt. Dieser Schritt war bei einem Außerordentlichen Bundestag des DFB in Frankfurt am Main nötig geworden, nachdem im Frühjahr geheime Zusatzvereinbarungen zwischen beiden Seiten öffentlich gemacht worden waren. Trotz aller Kritik an diesen Zusatzvereinbarungen in den vergangenen Monaten stimmten die Delegierten des DFB dem Vertrag einstimmig zu.

Der Grundlagenvertrag regelt vor allem die jährlichen Geldflüsse zwischen DFB und DFL. So überträgt der Verband der Dachorganisation der Proficlubs das Recht, den Spielbetrieb der Bundesliga zu organisieren. Als Gegenleistung erhält er dafür einen Pachtzins von drei Prozent der Marketingeinnahmen der 36 Vereine. Umgekehrt beteiligt der DFB die DFL an den Vermarktungserlösen der Nationalmannschaft.

Im Frühjahr kam jedoch heraus, dass diese beiden wichtigen Geldflüsse gedeckelt werden. So erhält der DFB von der DFL nur maximal 26 Millionen Euro pro Jahr an TV- und Ticketeinnahmen – ganz egal, wie sehr diese Einnahmen für die Liga auch steigen. Kritiker warfen dem Verband vor, zugunsten des Profifußballs auf Millionengelder zu verzichten. DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge sagte, es gebe "gute und überzeugende Gründe für diese Deckelung". Sie gebe beiden Seiten Planungssicherheit.

Neue Aufstiegsregeln aus Regionalligen

Auch Ligapräsident Reinhard Rauball ging die Kritiker der Zusatzvereinbarungen in seiner Bundestagsrede noch einmal deutlich an. "Der Vertrag ist wie jeder Vertrag ein Geben und Nehmen. Die Zahlungen der DFL tragen einen großen Teil zum Umsatz des DFB bei", sagte er. "Es ist nicht hinnehmbar, wenn von bestimmten Vertretern aus dem Amateurlager so getan wird, als habe die DFL den Amateurfußball ausgetrickst."

Eine Änderung beschloss der Bundestag dagegen für die Aufstiegsregelung aus den fünf Regionalligen in die Dritte Liga. So soll es in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 vier statt bislang drei Aufsteiger aus den fünf Regionalligen geben. Ein direktes Aufstiegsrecht wird in beiden Spielzeiten der Meister der Regionalliga Südwest erhalten, die Liga verzichtet dafür auf ihren zweiten Relegationsplatz. Die Meister der anderen Ligen bekommen das Recht des direkten Aufstiegs nur einmal zugesprochen und müssen einmal in ein Play-off. Eine langfristige Lösung soll bis zum Bundestag 2019 ausgearbeitet sein.