Wer sind die deutschen Gegner?

Als Erstes Mexiko. Diesen Gegner konterte die deutsche Elf im Halbfinale des Confed Cups locker 4:1 aus. Verteidigt dann immer noch der dann 39-jährige Rafael Márquez, der mal mit Barcelona die Champions League gewann? Das US-Finanzministerium wirft ihm übrigens vor, einem Drogenbandenchef bei der Geldwäsche geholfen zu haben.

Aber zurück zum Sportlichen: Der stärkste Gegner sind womöglich die Schweden, die die Italiener in den Play-offs ausgeschaltet haben. Emil Forsberg aus Leipzig führt für die Regie und vielleicht sehen wir auch den Rückkehrer Zlatan Ibrahimović, was die Hoffnungen auf ein erneutes 4:4 der beiden Teams nicht kleiner macht. Bis Sommer ist also Zeit für Ikea-Witze aller Art.

Die dritte und letzte Hürde ist Südkorea. Für sie stürmt Heung-Min Son, früher in Hamburg und Leverkusen, heute für Tottenham im Einsatz. Jüngst traf er gegen Dortmund, aber was heißt das schon? Südkorea ist seit 1986 immer dabei gewesen, hatte dieses Jahr aber ungewohnte Probleme. Nach einer 2:3-Niederlage gegen Katar musste Uli Stielike als Trainer gehen. Die Koreaner wollten ihren Ribbeck-Moment vermeiden.

Fazit: Deutschland ist in allen Spielen der Favorit. Aus dem zweiten Lostopf erhielt Joachim Löw einen der schwächeren Konkurrenten, Mexiko. Das sieht nach sehr, sehr guten Chancen für Deutschland aus.

Wo spielen die Deutschen?

In Moskau, Sotschi und Kasan. Kasan und Sotschi haben sie im Confed Cup schon kennengelernt. In Moskau spielen sie im Luschniki-Stadion, im Zentrum der WM finden das Eröffnungsspiel und das Finale statt. 80.000 Leute werden erwartet. Was dieses Los für die Quartierfrage bedeutet, ist offen. Zur engeren Auswahl stehen zwei: der Badeort Sotschi, wo sie während des Confed Cups logierten, und das Umfeld von Moskau. Gut, das ist beides nicht Campo Bahia, aber in Sotschi wird's im Sommer auch schon mal 40 Grad.

Wen hat es besonders hart getroffen?

Keinen so richtig. Es fehlen halt Italien, Holland und Chile. Mit Vorfreude darf man das Spiel Portugal gegen Spanien erwarten, eine Art Derby, der Europameister trifft gleich am zweiten Tag der WM auf seinen Vorgänger. Der Neuling Panama spielt unter anderem gegen England, da ist ein Punkt drin, für England. Und das Eröffnungsspiel hält den Klassiker Russland gegen Saudi-Arabien parat, das Duell der lupenreinen Demokraten. Ohnehin könnte Russland die Vorrunde überstehen: Uruguay werden sie wohl nicht vorbekommen, doch gegen Saudi-Arabien und Ägypten könnte was gehen. Weitere Duelle für Connaisseurs werden die Spiele Japan gegen den Senegal, Iran gegen Marokko und Australien gegen Peru.

Was war sonst noch los?

Tagelang war der Zugang zum Kreml schon gesperrt, um den ersten großen Moment dieser WM sauber zu präsentieren. Die meisten großen, noch atmenden, Fußballer der vergangenen Jahrzehnte kamen nach Moskau. Da erinnerte Miroslav Klose, der den WM-Pokal in den Saal trug, fast an einen der Balljungen. Einen schönen Moment gab es schon am Nachmittag. OK-Chef Witali Mutko, der durch den Whistleblower Grigorij Rodtschenkow beschuldigt wird, als früherer Sportminister Teil eines Dopingsystems gewesen zu sein, saß zusammen mit Fifa-Chef Gianni Infantino auf einer Pressekonferenz. "Bei uns gab es nie Manipulation und wird es nie Manipulation geben", sagte Mutko, was angesichts der Belege von Rodtschenkow eine mutige Aussage ist. Er reihte alle Vorwürfe in eine antirussische Stimmung ein, während der mächtigste Fußballboss danebensaß und schwieg. Das war ein kleiner Vorgeschmack auf die Art, wie die Fifa die Probleme bis zum Turnier handhaben will: aussitzen, bis der Ball rollt.