Der Bundesliga-Profi Pierre-Emerick Aubameyang wechselt mit sofortiger Wirkung von Borussia Dortmund zum FC Arsenal. Das teilte der börsennotierte Bundesligist auf seiner Website mit. Die Londoner zahlten eine Transferentschädigung von 63,75 Millionen Euro für den Stürmer. Ein Wechsel des Torschützenkönigs der vergangenen Saison hatte sich seit Wochen abgezeichnet. 

"Von den unschönen Ereignissen der vergangenen Wochen abgesehen, erinnern wir uns gern daran zurück, dass die Geschichte von Pierre-Emerick Aubameyang beim BVB über mehr als vier Jahre eine einzige Erfolgsstory war", teilte BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit. "Er hat in dieser Zeit Großartiges für Borussia Dortmund geleistet, viele wichtige Tore geschossen." 

Ersatz für den Stürmer hat der BVB bei Arsenals Stadtrivalen Chelsea gefunden. Michy Batshuayi wechsele zunächst auf Leihbasis bis zum Saisonende nach Dortmund, teilte der BVB mit. "Michy ist ein junger, sehr interessanter Stürmer, der durch eine hohe Torquote besticht und sowohl beim FC Chelsea als auch bei Olympique Marseille, in der belgischen Liga und der Nationalmannschaft seine außergewöhnliche Qualität schon unter Beweis gestellt hat", sagte Zorc laut Mitteilung.

Ringwechsel zwischen BVB, Arsenal und Chelsea

Batshuayi steht beim FC Chelsea seit Sommer 2016 unter Vertrag. Dort traf er durchschnittlich alle 88,5 Minuten. "Um mein großes Ziel zu erreichen, möchte ich möglichst viel spielen und viele Tore schießen. Im Sommer findet die WM statt", sagte der belgische Nationalspieler. Als Ersatz für Batshuayi präsentierte Chelsea wiederum den bisherigen Arsenal-Stürmer Olivier Giroud und machte damit den Ringtransfer zwischen dem BVB, Arsenal und Chelsea perfekt. Ursprünglich war auch der BVB an einer Verpflichtung Girouds interessiert gewesen. Der Franzose hatte bei Arsenal zuletzt auf der Bank gesessen, durch die Verpflichtung Aubameyangs dürften sich seine Chancen auf Einsätze bei den Gunners nicht verbessert haben.

Nur ein halbes Jahr nach dem mit Streik-Androhungen erzwungenen Wechsel von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona hat nun also mit Aubameyang ein weiterer BVB-Profi seinen Abgang erzwungen. Nach mehreren Verfehlungen, die dem 28-Jährigen in den vergangenen 15 Monaten diverse Suspendierungen und Geldstrafen eingebracht hatten, war die Geduld der Vereinsführung aufgebraucht.

Mit dem Verkauf des extravaganten Stürmers ist in Dortmund die Hoffnung auf mehr Harmonie innerhalb des Kaders verbunden. Selbst innerhalb der Mannschaft war der Rückhalt für das Enfant terrible geschwunden, das abseits des Platzes gerne mit schriller Mode und teurem Sportwagen auf sich aufmerksam machte.

141 Tore in 213 Pflichtspielen

Gleichwohl ist Aubameyangs Abgang für den Bundesliga-Sechsten unter sportlichen Gesichtspunkten ein herber Verlust. Schließlich erzielte er seit 2013 in seinen 213 Pflichtspielen für den BVB beachtliche 141 Tore. Das hatte die Vereinsführung noch vor wenigen Monaten dazu veranlasst, den ursprünglich bis 2020 laufenden Vertrag bis 2021 zu verlängern. Sein größter Erfolg war der Pokalsieg mit dem BVB 2017 gegen Eintracht Frankfurt. 2016 wurde Aubameyang als erster Spieler der Bundesliga zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt.

Mit Marc Bartra verließ schon zuvor ein weiterer Profi den BVB. Der Abwehrspieler spielt künftig für Betis Sevilla in der ersten spanischen Liga. Laut Kicker müssen die Andalusier für den 13-maligen spanischen Nationalspieler 10,5 Millionen Euro an den BVB überweisen.

Der 27-Jährige war im Sommer 2016 für acht Millionen Euro Ablöse vom FC Barcelona nach Dortmund gekommen und hatte seitdem 31 Bundesligaspiele (zwei Tore) für den BVB bestritten. Sein Vertrag beim Revierclub wäre noch bis 2020 gelaufen. Erst am Montag hatte Bartra in Dortmund als Zeuge im Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB-Bus ausgesagt, bei dem er am 11. April 2017 schwer am Arm verletzt worden war. Aubameyang hatte ebenfalls aussagen sollen, war dem Termin aber ferngeblieben, da er krank gewesen sei.