Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich "sehr besorgt" über Probleme mit den neuen Urinprobenflaschen für Dopingtests gezeigt. "Wir haben sofort die World-Anti-Doping-Agency (Wada) gebeten, für glaubwürdige und zuverlässige Antidopingtests in Pyeongchang zu sorgen", sagte ein IOC-Sprecher. Das Komitee habe dabei volles Vertrauen in die internationale Organisation.

Zuvor waren Sicherheitslücken bei den Urinprobenflaschen bekannt geworden. Wie das Kölner Analyselabor herausfand, können die Behälter beim Einfrieren manuell geöffnet werden – ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Man habe bereits Kontakt zum Hersteller Berlinger aufgenommen, teilte die Wada mit.

Nach dem Dopingskandal in Russland waren die Flaschen neu gestaltet worden, um erneute Manipulationen zu verhindern. Das IOC zeigte sich zuversichtlich, dass vor der Eröffnung am 9. Februar eine Lösung gefunden werde.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi waren Dopingproben russischer Athleten mithilfe des Inlandsgeheimdienstes FSB geöffnet und der Inhalt gegen sauberen Urin ausgetauscht worden. Daraufhin wurde das Olympische Komitee Russlands von den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar suspendiert. Nach individueller Prüfung gewährt das IOC jedoch 169 russischen Sportlern das Startrecht unter neutraler Flagge.