Die deutschen Handballer haben das zweite Gruppenspiel in der Handball-Europameisterschaft mit 25:25 (10:15) unentschieden gespielt. Eigentlich war das Spiel mit dem Spielstand 25:24 für Slowenien abgepfiffen worden. Dank einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung wurde dem deutschen Team jedoch nachträglich ein Siebenmeter zugesprochen.  

In der ersten Halbzeit der zweiten Vorrundenpartie dominierten die Slowenen das Spiel eindeutig. Die deutsche Mannschaft lag teilweise sechs Tore hinter ihrem Gegner. In der zweiten Halbzeit konnte die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop zunächst aufholen und ging in der 50. Minute erstmals mit 20:21 in Führung. Bis zum Ende glichen beide Mannschaften immer wieder aus und sorgten so für eine spannende Schlussphase.     

Die letzte Minute spielte die deutsche Mannschaft in Unterzahl, nachdem Bastian Roscheck für ein Foul eine Zeitstrafe erhielt. Zwölf Sekunden vor Schluss konnten sie noch zum 24:24 ausgleichen, sechs Sekunden später warfen die Slowenen ihren vermeintlichen Siegtreffer. Nach dem Abfiff war das Spiel jedoch nicht vorbei.

Slowenien will Protest einlegen

Die Schiedsrichter schauten sich die Schlussszene minutenlang auf einem Video an und befanden schließlich, dass die Slowenen nach ihrem Siegtreffer den deutschen Anwurf am Mittelkreis behindert hatten. Sie sprachen der deutschen Mannschaft deshalb einen Siebenmeter zu. Die slowenischen Fans warfen Bierbecher auf das Spielfel, der slowenische Trainer Veselin Vujović stellte sich aus Protest vorübergehend ins Tor. Tobias Reichmann verwandelte jedoch und traf so zum Ausgleich.  

Die slowenische Mannschaft kündigte am Abend nach dem Spiel an, gegen die Wertung Protest einzulegen. Der deutsche Handballbund teilte daraufhin mit, er verstehe die Enttäuschung der Slowenen, sehe dem Protest aber gelassen entgegen. "Die Schiedsrichter haben die Möglichkeit des Videobeweises genutzt und die letzten Sekunden intensiv begutachtet. Ihre finale Entscheidung ist regelkonform."

Bester deutscher Werfer der Partie war Kapitän Uwe Gensheimer mit sieben Toren. Das Team weist nun einen 3:1-Zähler auf und ist somit sicher in der Hauptrunde der EM. Das Auftaktspiel gegen Montenegro hatte die deutsche Mannschaft am Samstag mit 32:19 (17:9) gewonnen. Am Mittwoch spielt das Team gegen Mazedonien.