Wer spielte wie gegen wen?

Der SC Freiburg gewann mal wieder die Herzchenwertung, dieses Mal auch sportlich gerechtfertigt.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das 2:2 der Dortmunder gegen den SC Freiburg. Nicht wegen des Spiels, sondern weil die Geschehnisse um den BVB derzeit einer Soap-Opera gleichen. Dortmunds Manager Michael Zorc stellte am Wochenende fest, manchmal denke er, er befinde sich in der Lindenstraße. Für derart seichte Unterhaltung haben wir natürlich etwas übrig, auch wenn wir sonst bulgarische Arthouse-Filme im Original bevorzugen, mit albanischen Untertiteln, versteht sich. Zum einen wäre da die Posse um Pierre-Emerick Aubameyang, der wechseln will, dessen neuer Verein in spe, der FC Arsenal, aber noch nicht genug Geld auf den Tisch gelegt hat. Aubameyang durfte gegen Freiburg spielen, sicher auch, um den Londonern zu zeigen, dass man Aubameyang notfalls auch problemlos weiterbeschäftigen könnte. Eine Personalentscheidung, die nach hinten losging, weil der Gabuner zwar auf dem Feld stand, jeder Balljunge am Seitenrand aber mehr Kontakt mit dem Spielgerät hatte als er.

Nach dem am Ende für den BVB sogar glücklichen Unentschieden legte sich dann auch noch der Tormann Roman Bürki mit dem Publikum an, indem er vor den TV-Kameras die Pfiffe der Haupt- und Gegentribüne gegen die Mannschaft kritisierte. Publikumsbeschimpfung ist selten schlau, in etwa so schlau, wie beim Torschuss des Gegners die kurze Ecke aufzumachen, aber damit kennt Bürki sich ja auch aus. Selbstverständlich dürfen die Zuschauer pfeifen, sie dürfen auch einen Handstand machen, wenn sie wollen, oder sich in die Armbeuge pusten, weil das so lustige Geräusche macht. Bürki wurde dann auch von Zorc zurückgepfiffen ("Wenn sich die Spieler das Spiel noch mal anschauen, dann müssen sie aufpassen, dass sie nicht sogar selbst pfeifen."). In diesem Satz steckt das wahrhaftige Problem dieser Tage: Der BVB spielt gerade einfach den schlimmstmöglichen Fußball. Die Welt geht in Dortmund aber so schnell nicht unter. Dafür hat der Club zu viel Geld auf dem Konto. Er müsste es nur bald mal wieder klug ausgeben.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Seine Mannschaft hat zwar 2:0 in Stuttgart gewonnen, es ist aber sehr wahrscheinlich, dass Schalkes Jewhen Konopljanka dieses Spiel ausspart, wenn er später mal seinen Enkeln am Kaminfeuer von seiner Karriere erzählt. Der Ukrainer brachte es nämlich fertig, den Ball frei vor dem Tor neben den Pfosten zu setzen. Er reiht sich damit ein in die Liste der Männer, die die klarsten aller Torchancen vergeben haben. Von Frank Mill über Mario Gómez bis zu Zlatan Ibrahimović. YouTube wird Konopljanka auf ewig lieben. Er muss nur aufpassen, dass seine Enkel ihn dort später nicht entdecken.

Wer stand im Blickpunkt?

Der Mann, der die Lichtorgel in der Allianz Arena bedient. Er hatte ganz schön zu tun, fünfmal traf der FC Bayern, fünfmal musste er aufs Knöpfchen drücken, auf dass die Torschützen unter seinen dämlichen Lichteffekten jubeln durften. Eine Neuerung, die übrigens viel eher der Tod des Fußballs ist als jeder Bayern-Vorsprung in der Bundesliga. Kurz dachte man ja, der könnte am Samstag etwas schmelzen, Hoffenheim führte nach einer Viertelstunde 0:2, nur um sich dann zu ergeben. Für ihre Tore mussten sich die Bayern nicht einmal richtig anstrengen. Der, Verzeihung, Höhepunkt war dann der letzte Treffer von Sandro Wagner. Er drückte den Ball mit dem Unterleib über die Linie und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken, Wagner berichtete später von einem Filmset in einer Villa nahe Los Angeles. "Es kann sein, dass das beste Stück auch dabei war, aber da bin ich mir nicht sicher. Es ging einfach so schnell", sagte er. "Es war sehr angenehm."