Die türkische Fußballföderation (TFF) hat den deutsch-türkischen Spieler Deniz Naki lebenslang gesperrt. Das habe der Disziplinarrat bei seiner heutigen Versammlung beschlossen, teilte die TFF auf ihrer Website mit. Grund sei "Diskriminierung und ideologische Propaganda" vonseiten des Fußballers. Außerdem müsse Naki eine Geldstrafe von umgerechnet rund 58.000 Euro zahlen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Naki sei "lebenslang vom Fußball verbannt" worden.

Der frühere Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn, der in Düren aufwuchs, steht bei dem kurdischen Verein und Drittligisten Amedspor in Diyarbakır unter Vertrag. Allerdings hatte Naki vergangene Woche wegen "massiver Sicherheitsbedenken" erklärt, nicht mehr in die Türkei zurückzukehren und seinen Vertrag aufzulösen.

Für viele Kurden ist Naki ein Volksheld. Vieles deutet darauf hin, dass er deswegen verfolgt wird. Der Spieler mit kurdischen Wurzeln sieht sich bereits seit längerer Zeit als "Zielscheibe", weil er sich immer wieder prokurdisch äußert. Am 7. Januar war der 28-Jährige nahe dem rheinischen Düren auf der Autobahn A4 aus einem fahrenden Wagen beschossen worden. Später sagte Naki dem Nachrichtenportal Bento: "Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht."

Der Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden hat seit Kurzem wieder weltweite Aufmerksamkeit erlangt: Das türkische Militär hatte am 20. Januar im Norden Syriens eine Offensive gegen kurdische Milizen begonnen. Ziel der Offensive ist es, die kurdische Miliz YPG aus dem Grenzgebiet zur Türkei zu vertreiben. Dagegen gingen am Wochenende in Köln Tausende Kurden auf die Straße.

Mehrere türkische Ärzte, die in der Türkei den Einsatz kritisiert hatten, wurden festgenommen. Die Festnahme sei durch das türkische Militär erfolgt, teilte die Anwältin der Vereinigung, Ziynet Özçelik, mit. Ihnen werde "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufwiegelung des Volks zu Hass und Feindseligkeit" vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezeichnete die Ärzte als "Terroristenliebhaber".