Wer spielt wann gegen wen?

Unsere beiden Lieblingsspiele sind Hertha gegen Hoffenheim und Hamburg gegen Hannover. Vielleicht fällt es Ihnen ja leichter, Herzen zu vergeben. Los, los!

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Köln gegen Dortmund. Schon allein, damit Sie in die belgische Klangwelt eintauchen, jetzt alle: Mii-Tschi Ba-Tschu-Hai (Michy Batshuayi). Das ist ein Vorgeschmack auf den Kölschen Karneval und so heißt Dortmunds Neuer, der im Ringtausch (Aubameyang von Dortmund zu Arsenal, Giroud von Arsenal zu Chelsea, Batshuayi von Chelsea nach Dortmund) infrastrukturmäßig wie der große Verlierer aussieht. Doch in Dortmund-Brackel hat er nun sehr bald die Gelegenheit, die vakante Rolle des Stürmers auszufüllen. Der Toptorschütze des BVB Aubameyang, der in 213 Spielen 141 Tore schoss, hat sich weggestreikt. Maximilian Philipp, Andrij Jarmolenko und Marco Reus sind verletzt. Der Belgier Batshuayi ist bis zum Ende der Saison ausgeliehen und deutet man seinen Instagram-Account korrekt, scheint er auch die Boulevardlücke besetzen zu wollen, die Aubameyang hinterlassen hat.

Good night 😘❤️ #NeverDoubtTheHair 😂😝

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Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Trainer. Im Hinspiel coachte Peter Stöger noch die Kölner. Es war eines der 873 Spiele der Vorrunde, in dem man über den Videobeweis debattierte. Aki Watzke nannte die Kölner schlechte Verlierer, weil sie 0:5 verloren und trotzdem Protest einlegen wollten. Im Rheinland fing das Schwitzen an, weil der miserable Saisonstart nahtlos in eine miserable Saisonmitte überging. Der BVB hingegen war überlegener Tabellenführer. Nun haben sich beide genähert, in der Tabelle und im Niveau. Stöger sei Dank. Nachdem er im Dezember die Seiten wechselte, holte Köln mehr Punkte als Dortmund.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen den VfB. Im kürzlich noch euphorisierten Stuttgart hat sich die Stimmung in wenigen Wochen um 180 Grad gedreht. Die drei Aufstiegshelden des Vorjahres sind weg. Der spröde, aber erfolgreiche Sportdirektor Jan Schindelmeiser wurde seltsamerweise noch vor der Saison rausgeworfen. Der Torjäger Simon Terodde trifft seit ein paar Wochen für den Konkurrenten Köln. Und der smarte Trainer Hannes Wolf, vor einem Jahr noch in Dortmund im Gespräch, ist auch nicht mehr da. Es ist nicht ganz klar, ob der Vorstand Michael Reschke und der Präsident Wolfgang Dietrich ihn loswerden wollten oder ob er selbst das Handtuch warf, weil er gemerkt hat, dass er Mehmet Scholls Skepsis nicht entkräften kann. Der sagte, Studenten wie Wolf würden den Fußball an die Wand fahren. Reschke ging für den Neuen eine Altersstufe höher und fand keinen anderen als Tayfun Korkut. Der lebt zwar in Gehweite zum Neckarstadion, bekommt aber von den Fans und Mitgliedern ob seiner mageren Karrierebilanz so was zu hören wie: "Wenn'i gugg, wia du schaffsch, no gangad mir älle Schuahbändl uff." Seinen Co-Trainer Xaver Zembrod, der im Gegensatz zu Korkut in Leverkusen nicht entlassen wurde, durfte er nicht mitbringen. Die Bundesliga wirkt für Stuttgart eine Nummer zu groß. Diese Hürde scheint zu hoch.

Wer steht im Blickpunkt?

Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV). Das sprach nach einem hitzigen Spiel mehrere Urteile. Im April 2017 empfing der SV Babelsberg den FC Energie Cottbus: Pyrotechnik auf beiden Seiten, Nazi-Gesänge und Hitlergrüße aus dem Cottbusser Block, Nazi-Schweine-raus-Antworten aus dem Babelsberger Block. Raten Sie mal, was und wer bestraft wurde? Genau: die Rufe aus dem Babelsberger Block. 7.000 Euro sollen sie dafür und für die Pyrotechnik zahlen. Cottbus hingegen wurde zunächst hart bestraft, dann aber nur noch milde (6.000 Euro), aber nie wegen der Nazi-Rufe. Der Richter Stephan Oberholz sagte über die Hitlerei aus Cottbus: "Da wussten wir nichts von, schlicht und ergreifend." Damit war der Richter angesichts des Videomaterials der Einzige. "Sie lügen, schlicht und ergreifend", sagt hingegen Babelsbergs Vorstand. Auch sagt Oberholz, "Nazi-Schweine raus!" im Urteil zu erwähnen sei ein Fehler gewesen, man habe Babelsberg nämlich gar nicht deswegen bestraft. Auch das ist interessant, denn der Ruf wird gleich im ersten Teil der Begründung erwähnt. Kennt der Mann sein eigenes Urteil nicht? Jedenfalls will er die ungerechte Strafe durchsetzen und fordert Babelsberg auf, bis Freitag die 7.000 Euro zu zahlen. Sonst würde der NOFV Babelsberg aus dem Spielbetrieb ausschließen. Sie haben angekündigt, nicht zu zahlen. Am Donnerstag wurden die Babelsberger zudem mit weiteren 4.500 Euro Strafe für Pyrotechnik und Ausschreitungen bei zwei anderen Spielen belegt. To be continued.