Der Deutsche Fußball-Bund will beim Pokalendspiel in Berlin zukünftig keine Halbzeit-Show mit einem Musik-Act veranstalten. "Wir werden ausschließlich den Fußball in den Mittelpunkt stellen. Es wird kein Show-Programm wie im letzten Jahr geben", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der Bild am Sonntag. Damit zieht der Verband die Konsequenz aus der Ablehnung der Fans beim Auftritt der Sängerin Helene Fischer während des Pokalfinales 2017.

Fischer war bei ihrer Show in der Pause des Endspiels zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt von den Fans beider Vereine lautstark ausgepfiffen worden. Die Anhänger sahen in ihrem Auftritt einen weiteren Akt der Kommerzialisierung und Entertainisierung des Fußballs. "Wir haben aufgenommen, was an Kritik an den Abläufen des letzten Finales geäußert worden ist. Wir gehen davon aus, dass die Fans das würdigen", sagte Grindel.

Der DFB verzichtet künftig auch auf eine prominente "Pokallady", die vor dem Endspiel die Trophäe auf dem Rasen präsentiert. An ihre Stelle will der Verband auf einen Pokalbotschafter setzen, der in einem früheren Finale eine überragende Rolle spielte.

Montagsspiele leiden unter Boykott

Ein vorzeitiges Ende der Montagsspiele in der Bundesliga hält der DFB-Präsident trotz zahlreicher Fanproteste für unrealistisch. "Es könnte perspektivisch vielleicht eine vermittelnde Lösung sein, zwei Spiele sonntags um 18 Uhr anzupfeifen. Laufende TV-Verträge in diese Richtung anzupassen, ist aber rechtlich schwierig", sagte Grindel. Bis 2021 sollen fünf Bundesligaspiele pro Saison an einem Montag stattfinden.

Aus Protest gegen die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga haben 350 Dortmunder Fanclubs angekündigt, die Partie zwischen dem BVB und dem FC Augsburg am Montag zu boykottieren. "Demonstrieren wir durch unser Fernbleiben, dass der Fußball einen entscheidenden Teil seiner Faszination verliert, wenn die Verbände und Vereine, ohne Rücksicht auf die Fans im Stadion, weiterhin alles dem finanziellen Profit unterordnen", lautet die Begründung des Fanbündnisses Südtribüne Dortmund.