Die Fechterin Britta Heidemann will im Alter von 35 Jahren dem Profisport den Rücken kehren. Heidemann holte 2008 bei den Olympischen Spielen in China mit 25 Jahren die Goldmedaille im Degenfechten. Im Jahr zuvor hatte sie den WM-Titel gewonnen, 2009 wurde sie Europameisterin. Mit den drei Titeln gelang ihr als einziger Degenfechterin das sogenannte Goldene Triple. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 gewann Heidemann die Silbermedaille.

"Dieser Schritt war ein langer Prozess. Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich mir sicher war, dass dies die richtige Entscheidung ist. Jetzt kann ich mich voll auf die Zukunft nach dem Sport konzentrieren", sagte Heidemann ZEIT ONLINE. Am Samstag will sie beim Ball des Sports der Deutschen Sporthilfe in Wiesbaden ihre Abschiedsvorstellung geben.

"Mir wird das Trainingsumfeld, also mein Trainer, die Trainingskollegen und Physios fehlen. Ich bin auf dem Sportplatz groß geworden und liebe Sport", sagte Heidemann ZEIT ONLINE. Auch in Zukunft will sie sich für den Sport einsetzen. "Ich möchte junge Menschen und vor allem Mädchen ermutigen, sich Ziele zu setzen und ihren eigenen Weg zu gehen. Durch den Sport habe ich als Frau sehr viel Selbstvertrauen gewonnen, sagte die diplomierte Chinawissenschaftlerin. Das Fechten sei ein wunderbarer Sport, für den sie mehr Menschen begeistern möchte. "Die Fechtkunst hat viel Eleganz und Sexappeal, sie übt seit jeher eine Faszination auf Menschen aus." 

Heidemann ist gewähltes Mitglied der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Präsidiumsmitglied des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und Botschafterin der Bundesregierung für "Sport für Entwicklung". Außerdem hat sie einen Sitz im Aufsichtsrat des 1. FC Köln und ist Kuratoriumsmitglied der Stiftung der Deutschen Fußball-Liga (DFL).