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Vorbemerkungen

Für gewöhnlich wählt Thomas Bach staatstragende Worte, wenn er alle zwei Jahre während der Eröffnungsfeier zu den olympischen Athletinnen und Athleten spricht. Vor zwei Jahren in Rio de Janeiro sagte er zum Beispiel: "In dieser olympischen Welt gibt es nur ein weltumspannendes Recht für jedermann, in dieser olympischen Welt sind wir alle gleich. In dieser olympischen Welt können wir erkennen, dass die Werte für alle Menschen stärker sind als die Kräfte, die uns zu spalten trachten." Das hätte Claudia Roth schon damals nicht besser sagen können.

Tatsächlich muss er ja das Große, Gute beschwören, denn sonst bliebe ihm nur der traurige Blick auf die eigene Organisation, das Internationale Olympische Komitee (IOC). Gigantismus und der laxe Umgang mit dem russischen Staatsdoping beschäftigen das IOC seit Jahren. Die Russen werden unter neutraler Flagge dabei sein. Das muss er sein, der olympische Geist. Dem IOC fällt es schwer, seine schmerzhaft teuren Spiele – die Rechnung zahlen die Städte – noch unterzubringen.

All das wird man gleich nicht hören. Denn wenn das IOC etwas kann, dann ist es, die Show aufrechtzuerhalten. Die Spiele müssen weitergehen, nun also in Südkorea, die schon im Vorfeld mit der Erwartung überfrachtet wurden, einen jahrzehntealten blutigen Konflikt mit dem Nachbarn aus dem Norden zu besänftigen. Na dann. Olympischer Eid, Einmarsch der Nationen, Eröffnungsreden: Verfolgen Sie die Eröffnungsfeier bei uns im Liveblog.