Wieso sollten Sie früh aufstehen?

Wann, wenn nicht jetzt? Ohnehin schwer vorstellbar, dass Sie sich von der Adrenalinflut nach dem Eishockey-Halbfinale schon wieder beruhigt haben. Und es sind nur noch zwei Nächte, dann dürfen Sie vier Jahre lang weiterschlafen (oder zwei, je nach Zählung). Die Snowboard-Finals der Frauen starten gegen 6.30 Uhr, die der Herren im Anschluss. 

Richtig lang wird es in Asien ab 6 Uhr deutscher Zeit. Wenn andere mit dem Auto zum Bäcker fahren, schnallen sich die Männer im klassischen Skilanglauf die Ski über 50 Kilometer an. Könnte sich ziehen. 

Wo gibt es heute sonst noch Medaillen zu gewinnen?

Ab 12.45 Uhr im Eisschnelllaufen im Massenstart. Die finalen Läufe finden für die Frauen gegen 13.30 Uhr statt, für die Herren um 14 Uhr. Sie haben sicher schon auf die erlösende Nachricht gewartet: Ja, noch immer wird gecurlt. Nach fast drei Wochen neigt sich aber selbst dieses Turnier dem Ende zu. Das Männerfinale bestreiten ab 7.35 Uhr die USA und Schweden. Bei den Frauen wird die Bronzemedaille ausgewischt: England trifft auf Japan.

Und dann ist da noch der deutsche Boomsport Eishockey. Im Spiel um Platz drei spielen die Tschechische Republik und Kanada. Mit der deutschen Brille gesehen, die wir natürlich uns nie aufzusetzen trauen würden, hatten wir nie so viel Freude, ihnen ein Spiel ohne deutsche Beteiligung anzukündigen. Denn Deutschland gewann gegen Kanada und kann am Sonntag zum ersten Mal Gold erringen. 

Was machen die Deutschen?

Traditionell ist der Viererbob, die Formel 1 des Wintersports, eine sehr deutsche Sache. Vor dem Sieg des US-Amerikaners Steven Holcomb 2014 in Sotschi gewannen die deutschen Bobs alle olympischen Rennen ab 1994. In den Siebzigern war die DDR mit drei Olympiasiegen ein Land auf Kufen. Nun stehen drei deutsche Viererbobs für Medaillenfahrten bereit, die auch den Weltcup zu dritt anführen: Johannes Lochner, Francesco Friedrich und Nico Walther. Friedrich hat schon Gold im Zweierbob, vielleicht lässt er jetzt einen anderen ran. Mitfavoriten sind der Kanadier Justin Kripps, der sich Gold im Zweierbob mit Friedrich teilte, und der Lette Oskars Melbārdis.

Im Eisschnelllauf gibt es am Samstag ein soziologisch interessantes Experiment zu sehen: Keiner weiß so recht, auf was es in der neuen Disziplin, dem Massenstart, ankommt. Deshalb ist ungeklärt, ob sich im Gedrängel die Routine auszahlt, dann würde Claudia Pechstein vielleicht doch noch eine Medaillenchance erhalten. In Calgary gewann sie im Dezember schon ein Massenstartrennen. Ihre Taktik: Sich früh absetzen, denn im Sprint hat sie kaum Chancen gegen die über 20 Jahre jüngeren Beine der Konkurrentinnen.

Im Langlauf treten zwar vier Deutsche über 50 Kilometer an (Thomas Bing, Lucas Boegl, Andreas Katz und Jonas Dobler). Doch mit den Medaillen werden sie kaum etwas zu tun haben. 

Wie sieht der Medaillenspiegel aus?

Es festigt sich: Norwegen, Deutschland und vielleicht noch Kanada machen das unter sich aus. 

Und sonst so?

Der zweite russische Dopingverdacht, dieses Mal bei der Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa. Sicher wieder ein Einzelfall.