Die russische Bobpilotin Nadeschda Sergejewa steht bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang unter Dopingverdacht. In einer Probe der Athletin sei die verbotene Substanz Trimetazidin gefunden worden, teilte die Delegation der Olympischen Athleten aus Russland mit. "Der medizinische Stab der Nationalmannschaft hat der Sportlerin dieses Präparat nicht verordnet", schrieb der russische Bobverband auf seiner Facebook-Seite.

Die positive Probe wurde nach Verbandsangaben zwei Tage vor dem Start der olympischen Rennen im Zweierbob genommen. Ein weiterer Test fünf Tage vorher sei negativ ausgefallen. Die 30 Jahre alte Sergejewa wurde in Pyeongchang mit Anschieberin Anastassija Kotscherschowa Zwölfte.

Zuvor war in Südkorea bereits der russische Curler Alexander Kruschelnizki des Dopings überführt worden, ihm wurde damit seine Bronzemedaille aus dem Mixed-Wettbewerb aberkannt. Nach dem Dopingskandal von Sotschi 2014 ist in Pyeongchang nur das Team "Olympischer Athleten aus Russland" unter neutraler Flagge am Start.

Sergejewa war Medienberichten vom März 2016 zufolge damals zunächst positiv auf das verbotene Mittel Meldonium getestet worden. Sie habe das herzstärkende Medikament Ende 2015 in dem Glauben eingenommen, dass es nach zwei oder drei Tagen ausgeschieden werde, sagte sie der Agentur R-Sport zufolge vor knapp zwei Jahren. Ihre vorläufige Suspendierung wurde allerdings wenig später aufgehoben, weil ihr Meldonium-Wert unter der Grenze lag, den die Welt-Antidoping-Agentur WADA damals als zulässig festlegte. Trimetazidin gehört zur gleichen WADA-Verbotsgruppe wie Meldonium, das als leistungssteigernd gilt und seit Anfang 2016 auf der Liste verbotener Dopingmittel im Profisport steht.

Der russische Bobverbandspräsident Alexander Subkow sagte der Internetseite der Zeitung Sport-Express, dass der Verband mit Sergejewa gesprochen habe. Er wollte ihre Reaktion allerdings nicht publik machen.

Subkow hat eine eigene Dopinvergangenheit. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte am 1. Februar einen Verstoß des Doppelolympiasiegers von 2014 bestätigt, der 43-Jährige ist für die Spiele in Pyeongchang gesperrt. Den lebenslangen Bann gegen ihn hob der CAS allerdings auf. Das IOC hat Subkow seine beiden Goldmedaillen aberkannt.