Die russische Bobpilotin Nadeschda Sergejewa ist von den Olympischen Winterspielen disqualifiziert worden, nachdem sie einen Dopingverstoß zugegeben hat. Am Freitag war bekannt geworden, dass in einer A-Probe Sergejewas die verbotene Substanz Trimetazidin gefunden wurde. Auf die Öffnung der B-Probe verzichtete die Athletin.

Es ist der zweite Dopingfall russischer Athleten bei den Olympischen Spielen. Zuvor musste der Curler Alexander Kruschelnizki seine Bronzemedaille aus dem Mixed-Wettbewerb abgeben.

Sergejewa hat ihre Akkreditierung zurückgeben und das olympische Dorf verlassen. Ihr zwölfter Platz im Zweierbob wurde annulliert. Nach den Winterspielen wird der Fall Sergejewas vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) verhandelt. "Der Fall wird sorgfältig untersucht, Mitarbeiter der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen in engem Kontakt mit unseren Medizinern", sagte Sergejewas Trainer Sergej Schurkin der Nachrichtenagentur Tass. "Es ist sehr seltsam, alle sind schockiert."

Die positive A-Probe wurde nach Verbandsangaben zwei Tage vor dem Start der olympischen Rennen im Zweierbob genommen. Ein weiterer Test fünf Tage vorher sei negativ ausgefallen. "Der medizinische Stab der Nationalmannschaft hat der Sportlerin dieses Präparat nicht verordnet", schrieb der russische Bobverband auf seiner Facebook-Seite.

Wegen der systematischen Dopingmanipulationen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi dürfen die russischen Athleten in Pyeongchang nur unter neutraler Flagge starten. Ein Komitee begutachtet, ob die Russen während der Spiele einen Verhaltenskodex befolgen und an der Schlussfeier wieder unter ihrer Landesfahne teilnehmen dürfen. Die Entscheidung will das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Sonntag bekanntgeben.