Wer spielte wie gegen wen?

Sie, liebe Userinnen und User, lassen die Bayern einfach nicht gewinnen, nicht mal gegen Wolfsburg. Im 23. Spiel gab es die 23. Niederlage für sie.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Dortmund. Wenn ein Spiel von den Sky-Moderatoren mit den Worten gepriesen wird, gemessen an diesem Untergrund sei es richtig hochklassig, ist das wenigstens ehrlich. Selbst die Spieler vom SSV Grefrath aus der Bezirksklasse 4 Niederrhein hätten sich geweigert, auf so einem Geläuf gegen den SSV Strümp (3:1!) anzutreten. Der Ball hoppelte etwas südlich von Grefrath auf dem Gladbacher Bundesligarasen so, als würde das Spiel in einer Maulwurfsiedlung ausgetragen werden. Stollen, tief wie Nägel, griffen nicht. Spieler rutschten dramatischer weg, als es Paarläufer auf dem Eis je hätte schaffen können. Spannend war es trotzdem, es mussten ja beide Teams damit zurechtkommen. Marco Reus' feines Füßchen schien von dem Problem nichts mitbekommen zu haben. Von rechts außen hob er den Ball mit einem raffinierten Schuss an die Lattenunterkante. Ein Traumtor und gleichzeitig Reus' erstes seit Mai 2017. Gladbach war anschließend oft nahe am Tor. Doch der viel bezweifelte Roman Bürki war sehr gut drauf. Vielleicht hätten es die Gladbacher mit Dünger und Spaten probieren sollen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Bayern. Der Trainer des VW-Clubs gab schon vor dem Spiel zu verstehen, dass er unter Umständen auch mit einer Niederlage zufrieden wäre. Was er dann sogar war. Obwohl der VfL nur hinten drinstand und Kontakt mit dem Ball mied, als hätte der einen ansteckenden Virus. Und die Bayern griffen in ihr Bösewichtrepertoire. In der ersten Halbzeit gewährte Franck Ribéry seinem Gegenspieler erneut ein Ohr – und sah nach Videobeweis Gelb. Die Strafe des Schiris war nicht falsch, aber milde und Ribéry kam wieder mal mit seinen Aggressionen durch. In der zweiten Halbzeit legte der Schiri Stegemann den Bayern einen Elfer hin, den Arjen Robben verschoss. Doch flankte der danach den Ausgleich herbei, um später, gezupft am kleinen Finger, zu Boden zu gehen, den Mund weit aufreißend. Elfmeter in der 90. Minute, Siegtor Bayern. Man kann nicht sagen, dass die Elferentscheidung unbedingt falsch war, aber Robben "zog" das Foul. Gegen einen 19-Jährigen, er ist sich auf für nichts zu schade. Seinem Gegenspieler Gian-Luca Itter, groß geworden beim mittelhessischen FC Cleeberg, gab Robben den Gratistipp des Superprofis: "Das ist die knallharte Fußballwelt. So lernt man, so wird man ein großer Junge, aus diesen Fehlern muss er lernen. Er muss mit der Hand da wegbleiben."

Wer stand im Blickpunkt?

Bernd Hoffmann. Der ehemalige Vorstand des HSV (2003 bis 2011) ist nun dessen ehrenamtlicher Präsident. Gegen den Amtsinhaber und Hafenchef Jens Meier setzte er sich in der Mitgliederwahl äußerst knapp mit 585:560 Stimmen durch, sicher begünstigt durch die noch brenzliger gewordene Bundesliga-Tabelle. Unter Hoffmann spielte der HSV, man mag es kaum glauben, immer im Europapokal, aber er war zum Schluss auch für gernegroße Transfers verantwortlich, wie den von Ruud van Nistelrooy. Viele Fans mochten ihn nicht. Hoffmann-raus-Rufe waren immer zu hören, auch bei der Wahl an diesem Sonntag. Manche nehmen ihm nicht ab, dass es ihm um das Wohl des Vereins geht. Ins operative Geschäft wird er nicht ohne Weiteres eingreifen, aber da er gemäß der Satzung auch im Aufsichtsrat sitzt, hat er eine gewisse Hausmacht. Zumal er dessen Vorsitz anstrebt. Es gehört nicht viel dazu, Jens Todt und Heribert Bruchhagen eine schwierige Zukunft beim HSV zu prophezeien.

An der sportlichen Lage kann Hoffmann ohnehin so schnell nichts ändern. Der HSV verlor sein Heimspiel gegen Leverkusen, spielte anderthalb Halbzeiten lang saftlos. Und weil der Konkurrent Mainz gewann, beträgt der Rückstand auf Platz 16 sechs Punkte. Die Fans protestierten und drohten auf einem Transparent: "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt."