Wer spielte wie gegen wen?

Herzchengewinner again: der SC Freiburg, dessen Partie gegen die Hertha aber zu den miesesten Kicks des Wochenendes gehörte. Die wenigsten Herzchen sammelte an diesem Wochenende Schalke 04. Erwarten Sie von einem Tabellenzweiten etwa doch ein wenig mehr?

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Stuttgart gegen Leipzig. "Wir sind noch nicht so weit, dass wir hier Fußball mitspielen können. Wir müssen den Fight annehmen, wir müssen Emotionen zeigen und eklig sein", sagte Holger Badstuber nach dem Spiel. Inzwischen möchte auch der VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga nicht mehr Fußball spielen. Badstuber war einverstanden mit der Leistung seiner Mannschaft. In den neunzig Minuten gab es mehr Rudelbildungen als Chancen, Tore gab es keine. Ruhiger, aber nicht viel ansehnlicher waren die Spiele zwischen Mainz und Schalke (0:1) sowie die Partie Hertha gegen Freiburg (0:0). So sieht die Liga derzeit oft aus, bevor jemand die Highlights zusammenschneidet.

Der Trend weg vom Spielerischen gilt nicht mehr nur für Mannschaften, deren Spieler anders nicht mithalten können. Schalke etwa hat einen teuren Kader, spielt aber oft einen Stiefel, als ginge es gegen den Abstieg in die Oberliga Westfalen. Erfolgreich ist das. Schalke steht auf Platz zwei, Stuttgart hat mit Trainer Korkut vierzehn Punkte aus sechs Spielen geholt. Wer seinen Job behalten und Punkte holen will, fährt in der Bundesliga nicht schlecht damit, zur Not oder zur Tugend eklig zu sein.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Hamburg. "Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht", sagte Sepp Herberger. Trotzdem ist das Stadion in München jedes Mal voll. Es kommt ja immerhin vor, dass die Hertha einen Punkt mitnimmt oder Hoffenheim nach zwanzig Minuten 2:0 führt. Das Spiel gegen Hamburg aber galt schon vor Anpfiff als entschieden. Wer einen Euro auf den HSV setzte, wusste, dass er einen Euro verliert. Wer in der Tipprunde einen Zu-Eins-Sieg des FC Bayern eingetragen hatte, galt schon als verwegen.

Es wurde ein Zu-Null-Sieg mit drei Toren von Lewandowski, zweien von Ribéry und einem von Robben. Im Tennis ist bei 6:0 Schluss, das galt für Bayern-HSV in den vergangenen Jahren nicht immer, diesmal schon. Spiel, Satz und Sieg: Bayern. Die führen die Liga weiter mit zwanzig Punkten Vorsprung an, mit etwas Schützenhilfe sind sie nächste Woche schon Meister. Wer lieber enge Ligen verfolgt, sollte sich die zweite Bundesliga ansehen. Dort hat Düsseldorf als Erster zwar auch zwanzig Punkte Vorsprung, aber nicht auf den Tabellenzweiten, sondern auf den Sechzehnten.

Wer stand im Blickpunkt?

Michy Batshuayi. Eigentlich war Marco Reus als Dortmunder Held vorgesehen. Der hatte seinen Vertrag verlängert, bis er 34 ist, echte Liebe also. Den Dortmunder Fans gefällt das. Er ist einer der besten deutschen Fußballer, wenn er fit ist. Spötter betonen das wenn. Gegen Eintracht Frankfurt spielte Dortmund mit Reus etwas stärker als in den vergangenen Wochen. Noch nicht wie ein Tabellendritter, aber das wird vielleicht noch. Zur Pause führte der BVB 1:0, im Lauf der zweiten Hälfte traf Frankfurt zweimal, aber beide Male antwortete Batshuayi innerhalb von zwei oder drei Minuten mit einem Tor zum 2:1 und 3:2. Der Belgier war im Winter nach Dortmund gekommen. In seinen ersten drei Spielen traf er viermal, danach brachte er wenig zustande und verlor seinen Startplatz. Gegen Frankfurt reichte ihm nach seiner Einwechslung eine halbe Stunde, um zum Gewinner des Spieltags zu werden.