Der monatelange Streit zwischen dem Regionalligisten SV Babelsberg 03 und dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) ist beigelegt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten der Verein und der Veband den juristischen Streit für beendet und kündigten "eine intensive Zusammenarbeit gegen Rassismus im Fußball" an. Babelsberg muss nach der Einigung zwar trotzdem die volle Strafe bezahlen, ein Spielausschluss aus der Regionalliga ist aber vom Tisch.

Grund für die Auseinandersetzung war ein Spiel gegen Energie Cottbus im April vorigen Jahres. Die Cottbus-Fans hatten rechtsextreme Gesänge skandiert,versucht den Platz zu stürmen und Pyrotechnik gezündet. Auch die traditionell linken Fans des Babelsberg 03 zündeten Pyrotechnik. Zündeln ist in deutschen Stadien verboten, deshalb ermittelte der zuständige Fußballverband NOFV gegen beide Vereine. Das Sportgerichte verurteilte Potsdam 03 zu einer Strafzahlung von 7.000 Euro.

Im Schlichtungsgespräch lenkte der NOFV jetzt ein. Babelsberg muss zwar die volle Strafe zahlen, die Hälfte – also 3500 Euro– würden aber für Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus und für Fairness, Respekt und Toleranz verwendet. Der Wortlaut des Urteils des Sportgerichts wird außerdem korrigiert. Der SV Babelsberg hatte sich an der Erwähnung einer "Person mit rotem Punkerhaarschnitt" gestört, die in Richtung des Cottbuser Fanblocks "Nazischweine raus" gerufen habe.

Der Fußballverband NOFV will seinerseits seine Satzung überarbeiten um "wirksame Maßnahmen zur effektiveren Verfolgung diskriminierender Vorfälle" einzuarbeiten. Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Jann Jakobs, hatte die Einigung zwischen den Streitparteien vermittelt. Das Urteil gegen den SV Babelsberg 03 war bereits im Juni gefallen. Auch Cottbus wurde anfänglich mit einer Geldstrafe belegt – diese wurde aber später vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) zurückgenommen. Erst vor wenigen Tagen hob das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes diese Entscheidung auf und verurteilte auch Cottbus wegen unsportlichen und diskriminierenden Verhaltens seiner Anhänger zu einer Gesamtgeldstrafe von 7.000 Euro.