Die Olympischen Winterspiele könnten 2026 in der Steiermark stattfinden. Die österreichischen Städte Graz und Schladming wollen sich gemeinsam um die Ausrichtung bewerben, ebenso um die Paralympics. Das beschloss der Grazer Gemeinderat mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und den liberalen Neos. SPÖ und Grüne stimmten dagegen. Der Gemeinderat in Schladming hatte bereits Anfang Februar einstimmig für eine Bewerbung mit der steirischen Landeshauptstadt votiert.

Als Initiative Austria 2026 wollen nun beide Städte bis Ende März eine Absichtserklärung verfassen, die beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht wird. Bis Juni soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Im Herbst 2019 werden die Spiele vergeben.  

Vor allem Schladming ist für sein Skigebiet bekannt, eine umfassende Infrastruktur ist dort vorhanden. Dennoch gibt es Kritik an den Kosten, die auf die Kommunen zukommen. Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter sprach von rund 416 Millionen Euro Kosten ohne Aufwendungen für Sicherheitsmaßnahmen. Die Steiermark und die Stadt Graz haben wegen großer Schulden kaum finanziellen Spielraum. Deswegen müssten einige Wettkämpfe in den bayrischen Städten Schönau am Königsee und Inzell stattfinden. Die Kosten für die Olympischen Spiele werden in der Hauptsache durch das Internationale Olympische Komitee gedeckt, weiterhin Sponsoren, auch Zuschüsse aus der Staatskasse sind denkbar.  

Die kommunistische KPÖ sammelt derzeit Unterschriften, um eine Volksbefragung zu ermöglichen. In Tirol hatten im vergangenen Herbst 53 Prozent gegen eine Olympiabewerbung von Innsbruck und Tirol gestimmt. Auch in Deutschland haben Volksentscheide die Olympiabemühungen von Städten bereits abgelehnt – zuletzt 2015 in Hamburg für die Olympischen Sommerspiele 2024.