Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Den Abstiegskampf. Fast hätte sich einer als scheintot zurückgemeldet: der HSV. Der neue Trainer Christian Titz warf einige erfahrene Spieler raus, setzte auf die Jugend – und belebte damit den Volkspark. Der HSV hatte Chancen, zur Pause führte er 1:0. Doch die Hertha roch die Angst des Gegners, wie Hertha-Coach Pál Dárdai es nach dem Spiel beschrieb, und schoss noch zwei Tore. Schon in der ersten Halbzeit hatte sie einige Großchancen, vielleicht auch weil der Hamburger Abräumer Kyriakos Papadopoulos unter den von Titz Aussortierten war. Prompt beschwerte der sich nach dem Spiel öffentlich und wird vom Verein wohl nun bestraft. Auch dem defensiven Mittelfeldspieler Walace droht eine Suspendierung. Offenbar weigerte er sich, in der Abwehr zu spielen. Auch erschien er nicht im Stadion, sammelte stattdessen während des Spiels Likes auf Instagram. Der neue Trainer hat bereits nach dem ersten Spiel Teile der Mannschaft verloren. Außerdem wollten Randalierer nach dem Spiel die Kabine stürmen. Die Aufbruchstimmung in Hamburg hielt 45 Minuten.

Auch Mainz hinterließ einen schwächlichen Eindruck, hätte in Frankfurt auch doppelt so hoch verlieren können. Wolfsburg zeigte zumindest spielerische Erholungstendenzen, verlor aber erneut. Den hellsten Eindruck im Keller machen die Kölner. Sie landeten einen Derbysieg gegen Leverkusen und sind nun nicht mehr am Ende der Tabelle. Das war zuletzt im August so.  

Was machten die Frauen?

Nur zwei Spiele gab es in der Bundesliga, der Rest fiel aus wegen Schnee und Eis. 8:0 gewann die Bayerinnen in Köln, zwei Tore schoss die Schwedin mit dem schönen Namen Fridolina Rolfö, geboren in Kungsbacka. Und die Frauschaft des MSV Duisburg besiegte in der Nachspielzeit Werder Bremen und ist nun nicht mehr Tabellenletzte.

Was war sonst noch wichtig?

  • Belfodil. Klingt ein bisschen wie eine neue Wundsalbe, ist aber der Name des algerisch-französischen Torjägers von Bremen. Zwei Tore schoss er in Augsburg, ein drittes bereitete er vor. Werder spielt sich aus der Gefahrenzone.
  • Mario Gómez lobte den Treffer seines Kontrahenten Nils Petersen, der aus vollem Lauf den Stuttgarter Keeper überlupfte. Sehr elegant, "ein Tor wie von Raul", schwärmte Gomez, der Petersen vor ein paar Wochen schroff anging, weil der in einem Interview gesagt hatte, er verblöde im Fußball. Diesmal hatte Gómez gut reden. Er hatte nicht so schön, dafür aber zweimal getroffen. Und sein VfB in Freiburg 2:1 gewonnen.
  • Und dann noch diese Aktion der DFL, über die sich natürlich einige besorgte Bürger besorgt zeigten:


Was war das Zitat des Wochenendes?

"Ein Kernproblem ist, dass immer gegen den Ball gearbeitet wird. Die Lösungen im Fußball aber sind, was passiert, wenn ich den Ball habe."

Joachim Löw über die sportliche Krise der Bundesliga