Wer spielte gegen wen?

Borussia M'gladbach – VfL Wolfsburg 3:0
Eintracht Frankfurt – Hertha BSC 0:3
VfB Stuttgart – Werder Bremen 2:0
Hannover 96 – FC Bayern 0:3
RB Leipzig – TSG Hoffenheim 2:5
Hamburger SV – SC Freiburg 1:0
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 4:0
FC Augsburg – FSV Mainz 05 2:0
1. FC Köln – Schalke 04 2:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

"Den Stellenwert des Derbys nicht verstanden – Versager!" und "Kein Wille, keine Leidenschaft, kein Mut, keine Mannschaft. Niemand verkörpert Borussia Dortmund so wenig wie ihr". Wenig Nettes hatten die BVB-Fans vor dem Spiel gegen Leverkusen in meterhohen Buchstaben auf ihre Banner geschrieben. In der Woche zuvor verlor Dortmund gegen Schalke. Das ist eine Sache. Aber gegen Schalke zu verlieren, ohne anschließend mit zerrissenen Trikots oder Gras im Mundwinkel vor dem eigenen Anhang zu Kreuze zu kriechen, gilt in Dortmund als Todsünde. Nicht ganz aufgeklärt werden konnte, ob es wirklich die Schmähungen der eigenen Fans waren, die den BVB gegen Leverkusen nun zu den besten 90 Minuten unter Trainer Peter Stöger motivierten. Vielleicht hatte auch niemand dem britischen Jüngling Jadon Sancho (siehe unten) die Zeilen übersetzt. Sein Tor in der 13. Minute eröffnete das schwarz-gelbe Feuerwerk, in deren Verlauf der Chefpyrotechniker Marco Reus erst einen Abseitstreffer erzielte, dann einen Elfmeter verschoss und schließlich doch noch zweimal ganz regulär traf und jubelte. Aber Fußballfans können nachtragend sein – als die Spieler nach dem 4:0 vor ihre Fankurve gingen, um sich dort feiern zu lassen, wurden sie davongescheucht.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Frankfurt gegen Hertha. Sie hätten sich ja sonst nur geärgert. Über moderne Errungenschaften wie den Videobeweis, der zwar für lästige Spielunterbrechungen sorgt und Schiedsrichter dazu nötigt, von über 50.000 Augenpaaren beobachtet auf einen kleinen Bildschirm zu starren, nur, um dann doch höchst umstrittene Entscheidungen zu bestätigen. Oder über die Neunzigerjahre, weil die schon so lange vorbei sind und dort, glaubt man Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic, Schläge mit dem Ellbogen "gang und gäbe" waren, die nicht mit Roten Karten bestraft, sondern mit getragenen Trikots wiedergutgemacht wurden:

Aber grau ist alles Gebabbel über die Vergangenheit, die Gegenwart brachte den Pokalhelden aus Frankfurt in der 55. Minute jene Elfmeterentscheidung zugunsten der Gäste aus Berlin, die der von Makoto Hasebe vermutlich an der Außenseite des großen Zehs schwer getroffene Davie Selke nach dreiminütiger Videokonferenz der Schiedsrichter zur Führung verwandelte. Für Fredi Bobic exklusiver Wahnsinn, über den "selbst die Herthaner" geschmunzelt hätten. Wobei die vermutlich gar nicht mehr aufhören wollten zu lachen, dass sie nach dieser ersten Halbzeit (null Torschüsse und überlegene Frankfurter) durch Mathew Leckie in der 77. Minute gar auf 2:0 erhöhten. Zwei Minuten später jagte Hasebe seinem neuen Kumpel Selke schließlich die Elle rein und durfte duschen gehen. Ob es noch zum Trikottausch kam, ist nicht überliefert. 

Wer stand im Blickpunkt?

Jadon Sancho. Der 18-jährige Engländer ist nicht nur der erste Dortmund-Profi, der im neuen Millennium geboren wurde, sondern auch der erste Engländer, der für den BVB im Einsatz ist. (Nein, Paul Lambert ist Schotte.) Sancho, geboren in London und groß geworden beim FC Watford, war erst 14, als die Superreichen von Manchester City 66.000 Pfund für ihn zahlten, in Zeiten wie diesen vergleichbar mit dem Paar Fußballschuhe, für die der Autor dieser Zeilen einst zum Nachbarverein gelockt werden sollte. Seit 2017 spielt der Stürmer nun für den BVB, und nimmt man seinen Auftritt gegen Leverkusen (ein Tor, zwei Vorlagen, ungezählte Dribblings) zum Maßstab, dann darf man den Dortmundern recht herzlich gratulieren. Dann nämlich dürfte sich der Marktwert des Briten (aktuell acht Millionen Euro) bald weiter erhöhen. Zumal der schnelle Mann bislang recht bodenständig daherkommt, im vereinseigenen YouTube-Kanal kreuzbrav die Kollegen lobt (allen voran den Neu-Kumpel und Mentor Mario Götze) und den Twitter-Account von einer Agentur steuern lässt, die agenturige Beiträge verfasst, an denen das Skandalöseste noch Sanchos Jubelarien auf den in Ungnaden abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang sind. So langweilig, so gut.