Wer spielte wie gegen wen?

Das Derby hatte es Ihnen rein quantitativ angetan. Nun gut, über Geschmack lässt sich ja kaum streiten.

Welche Spiele durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Die von Hamburg und Köln. Schauen Sie noch einmal hin, die übrigen vier Spiele werden die vorerst letzten sein, die Sie von diesen beiden deutschen Metropolen in der ersten Liga sehen. Die neue Landlust der Bundesliga. Köln ging in Berlin zwar in Führung, verteidigte dann aber wie schon seit dem August 2017: gar nicht mehr so gut. Beim 1:1 von Herthas Selke guckten fünf Kölner zu, wie ein Herthaner auf die Flanke wartete. Und dem achtundfünfzigsten Kölner Gegentor der Saison ging zwar ein falsch gegebener Einwurf voraus, das 2:1-Siegtor von Selke hätte also nicht zählen dürfen, doch die Kölner trafen selbst dann nicht, wenn sie wie Jhon Córdoba alleine aufs Tor liefen. Schon am kommenden Sonntag zu Hause gegen Schalke könnte der FC direkt absteigen. Dem HSV bleibt immerhin noch das Spiel gegen den direkten Konkurrenten Freiburg, um den bekannten Hafen Relegationsplatz anzusteuern. Dafür aber müsste der HSV-Trainer Christian Titz seinen Leuten erzählen, wie man den Gegner am Torschuss hindert. Sonst bleibt es nicht bei den zwei Gegentoren, mit denen der HSV gegen Hoffenheim noch gut bedient war. Deren Anhang wiederum zeigte, dass kein Gag über den HSV zu flach ist, um ihn nicht doch zu machen. 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Derby Schalke gegen Dortmund. Eigentlich hatte die Partie alles, was den Ruhrpott zum Röcheln bringt: Es ging richtig um was, Zweiter gegen Dritter und Amateure mussten extra ihre Spiele verlegen. Hätten sie das mal sein gelassen. Was in der Bundesliga wie ein Topspiel aussieht, entpuppt sich dann doch meistens als ein nasses Stück Kohle. Schalke ackerte Dortmund nieder. Die erste Halbzeit hatte nichts zu bieten, außer ein paar interessant gemeinte Rückpässe der Schalker, aus denen Mini-Chancen der Borussen wurden. In der zweiten Hälfte stümperten dann die Borussen: Marcel Schmelzer unterlief ein Anfängerfehler beim Ballannehmen, der Konter brachte das 1:0 für Schalke. Naldo hämmerte den Ball später noch mit 126 Sachen zum 2:0 ins Netz. Der BVB wollte forthin angreifen, doch weder über außen noch über innen noch überhaupt von irgendwo kam Dortmunder Gefahr auf. Am Ende verletzte sich auch noch Michi Batshuayi, der einzige Torjäger, den sie haben. Abseits davon bewarb der russische Gaskonzern Gazprom seine umstrittene Pipeline Nord Stream 2 auf riesigen Werbebanden. Das ist Gazproms gutes Recht als Hauptsponsor der Schalker. Doch Werbebanden sind wie die Bundesliga im Frühjahr 2018: Nach dem Niveau sucht man lange.

Wer stand im Blickpunkt?

Kevin Volland. Wenn es einen Profiteur aus dem Kovač-Wechsel zu den Bayern gibt, dann vielleicht ihn. Vollands Leverkusener trafen auf die Eintracht aus Frankfurt, wo Kovač noch Trainer ist. Zunächst sah es so aus, als ob Frankfurt mit Bayer mithalten könnte. 1:1 stand es zur Pause. Doch Volland bekamen sie nie in den Griff. Mehrfach rann er ihnen davon, obwohl die Frankfurter ihn an Arm, Schulter und Kopf zurückzogen. Auch sein Tor zum 2:1 erzielte er, obwohl er gehalten wurde. Der Mann hat eben eine bayerische Eishockey-Vergangenheit. Dieses Spezialwissen war für die beiden weiteren Treffer nicht mehr von Nöten, weil er in der Mitte freigespielt wurde und zum Hattrick einschieben konnte. Nun ist Volland Zweiter in der Torschützenliste und kommende Woche geht es gegen den BVB. Eine verbindlichere Einladung zum Toreschießen gibt es derzeit ja nicht. Es ist auch eine bemerkenswerte Genese: In der Vergangenheit vergab er gelegentlich Möglichkeiten, die ihn selbst für das Medienligateam von ZEIT ONLINE disqualifiziert hätten. So in etwa: