Wer spielt wann gegen wen?

Sieger der vergangenen Woche: Hertha BSC. Das müssen Sie jetzt unbedingt verhindern.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Köln gegen Mainz. Wer einmal in Köln einen Abend am Tresen verbracht hat, weiß, dass die Kölner nach wenigen Schlucken die besten Freunde eines jeden Fremden sind. Am nächsten Tag ist das dann wieder vergessen, was nicht weiter schlimm ist. Daher verwundert es kaum, dass am Ostermontag 16.000 Anhänger des 1. FC Köln zu einem Sponsorentermin ihres Teams kamen, obwohl das zwei Tage zuvor in Hoffenheim sechs Tore kassiert hatte und nicht den Eindruck erweckte, als ob ein weiteres Jahr in der ersten Liga das oberste Ziel wäre. Wut ist zwar eine weit verbreitete Kulturtechnik im Fußball, aber in Köln eher nicht.

Nun sagt der Kölner Trainer Stefan Ruthenbeck vor dem Spiel gegen Mainz: "Grundsätzlich ist jeder von uns wütend." Vielleicht ein gutes Zeichen. Denn wieder erhält der FC eine letzte Chance im Abstiegskampf. Gewinnt er gegen den direkten Konkurrenten, rückt er Mainz bis auf zwei Punkte ran. Verliert er, sind die Chancen auf den Klassenerhalt kleiner als ein Kölschglas. Was auch immer passiert, es wird den Kölnern die Erinnerung an den Mai 2017 nicht nehmen. Da qualifizierte sich ihr Club nach einem Sieg gegen Mainz für den Europapokal. Wie Yuya Osako in der 87. Minute das 2:0 macht, so etwas vergisst der Kölner dann doch nicht.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hamburg gegen Schalke. Der HSV steht vor seinem letzten Leuchten. Der neue Trainer Christian Titz hat der Mannschaft ein wenig frisches Leben gegeben, vielleicht gibt es sogar wieder mal einen Sieg. Aber sicher heißt es bald Abschied nehmen von der Bundesliga. In Hamburg sagt man Tschüss. Und der Schalker Krümelfußball, der dank Eigentoren des Gegners oder Elfmetergeschenken durch den Schiri 1:0-Siege in Serie produziert, lockt und rockt auch nicht. Immerhin kann Schalke mit einer Personalie überraschen: Peter Knäbel, ehemaliger HSV-Manager und nicht ganz unbeteiligt an der Entwicklung dieses Vereins, wird Technischer Direktor im Schalker Nachwuchsbereich. Knäbel kommt sicher mit einem Rucksack voller neuer Ideen. Er sollte ihn bloß nicht irgendwo liegen lassen.

Wer steht im Blickpunkt?

Die Schienbeine der Bayern. Von der Reise nach Augsburg kehren die Bayern üblicherweise mit drei Verletzten zurück. Diesmal könnte es besonders unangenehm werden. Die Augsburger wollen sicher verhindern, dass der FC Bayern in ihrem Stadion die Meisterschaft vollzieht. Das Spiel findet außerdem zwischen den zwei Champions-League-Viertelfinalspielen gegen Sevilla statt. Ein Sinnbild dafür, dass der nationale Titelkampf für die Bayern bloß eine lästige Pflichtaufgabe geworden ist. Es wird der 28. Meistertitel der Bayern. Am Wochenende gibt es drei Szenarien:

  • Gewinnen die Bayern, sind sie am Samstag um 17.20 Uhr Meister.
  • Gewinnen sie nicht, werden sie es möglicherweise drei Stunden später, dann nämlich, wenn Schalke in Hamburg auch nicht siegt. Da müssen wir kurz selber schmunzeln.
  • Gewinnt Schalke und die Bayern nicht, verschiebt sich die Weißbierglaszeremonie ein weiteres Mal.

Im Blickpunkt steht auch Franck Ribéry, der am Samstag 35 wird. Beim 2:1-Sieg in Sevilla ging er, nicht zum ersten Mal, am Rande einer Roten Karte spazieren. Anschließend jedoch wurde er zur entscheidenden Figur, indem er beide Tore in die Wege leitete. Kurios war das 1:1: Den scheinbar harmlosen Pass Ribérys fälschte Jesús Navas Richtung eigenes Tor ab, sein Keeper lenkte den Ball noch mit den Fingern an den Pfosten, doch von dort kullerte er hinter die Linie. Ein beinahe peinliches Tor, nach dem man eigentlich abdreht, den Blick verschämt zu Boden richtet und, die Schultern hängend, allenfalls innerlich jubelnd. Doch Ribéry hielt sich nicht an diese Bolzplatzregel und feierte, als hätte er das Tor des Jahres geschossen. Er sammelt eben Argumente, damit sein auslaufender Vertrag verlängert wird. Ribéry kann schon lange nicht mehr über 90 Minuten Dampf machen, aber in bestimmten Momenten kann er noch immer Gegner verwunden. Der Ausgleich war ein wichtiges Tor, nahm er doch dem FC Sevilla Energie und Glauben. Bis dahin waren die Bayern unterlegen, danach drehte sich alles.