Der Streit um das Saisonfinale der 2. Fußball-Bundesliga geht weiter. Der Verein Erzgebirge Aue hat beim Deutschen Fußball-Bund Widerspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Der Club hatte gegen Darmstadt 98 verloren (0:1), jetzt droht dem Verein der Abstieg.

Erzgebirge Aue wirft dem Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks drei eklatante Fehlentscheidungen vor. Storks hatte in der Partie übersehen, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto (4. Minute) erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. Außerdem verweigerte er wohl einen Handelfmeter (31.). Insgesamt seien ein Tor nicht anerkannt und zwei Elfmeter verwehrt worden, kritisiert der Verein. Bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt ging sogar eine Strafanzeige wegen Betrugs gegen Storks ein. Gestellt hatte sie ein Stadtratsmitglied der Stadt Aue.

"Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich", sagte Lutz Michael Fröhlich, der Schiedsrichterchef des DFB. Der Ärger sei verständlich, einen Vorsatz habe es aber nicht gegeben. Um dem Abstieg zu entgehen, muss Erzgebirge Aue nun in zwei Relegationsspielen gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC antreten. Darmstadts Verbleib ist nach dem Saisonfinale sicher.

Gleichzeitig leitete der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den Aue-Vereinspräsidenten Helge Leonhardt wegen dessen Äußerungen nach dem Spiel ein. Er habe nach der Niederlage davon gesprochen, dass sein Verein verschaukelt worden sei und er nicht wisse, "ob fahrlässig oder vorsätzlich".