Es sah alles nach einer langweiligen Veranstaltung aus, als Joachim Löw verkündete, welche vier Spieler aus dem vorläufigen WM-Kader es nicht zum Turnier schaffen würden. Ob nun Kevin Trapp oder Bernd Leno nach Hause fahren würden, ob Jonathan Tah oder Niklas Süle, das hätte die WM wohl nicht entschieden. Dann aber packte Löw doch noch einen aus.

Er schickte Leroy Sané nach Hause, der eine großartige Saison in England spielte. Er war einer der Leistungsträger des Meisters Manchester City, einer der Lieblingsschüler Pep Guardiolas, er machte 14 Tore und bereitete 15 vor, mehr als jeder andere deutsche Spieler in den Topligen. Aber Löw wird sich schon etwas dabei gedacht haben.

Im Folgenden haben wir für Sie den endgültigen WM-Kader ganz genau analysiert. Damit Sie mitreden können:

WM-Kader 2018

  • Manuel Neuer: 32 Jahre, 74 Länderspiele, Geburtsort: Gelsenkirchen-Buer

    Manuel Neuer
    • Tor
    • FC Bayern München
    • Stammspieler
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Wenn uns die Erinnerung nicht trügt, alles: Spielaufbau, Reflexe auf der Linie, Flugparaden, den Libero geben. Kann tatsächlich Fußball spielen und sich nicht nur nach Bällen schmeißen. Hat also mal ganz nebenbei das Torwartspiel neu erfunden. In jedem Fall einer der wenigen, vielleicht gar der einzige deutsche Spieler, der auf seiner Position der Beste der Welt ist.

    Was kann er nicht?

    Wunderheilung. Wegen eines Mittelfußbruchs stand Neuer in der abgelaufenen Bundesliga-Saison nur dreimal im Tor. Und ohne Mittelfuß kommt auch ein Manuel Neuer nicht aus. Momentan sieht es aber ganz gut aus.

  • Marc-André ter Stegen: 26 Jahre, 19 Länderspiele, Mönchengladbach

    Marc-André ter Stegen
    • Tor
    • FC Barcelona
    • Ergänzungsspieler
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Ist in Barcelona mittlerweile Stammspieler und schickt auch im Nationalteam nicht mehr seinen weniger begabten Zwillingsbruder vor. Sollte Neuer nicht rechtzeitig fit werden, hat Deutschland also auch so einen Torhüter, der schon mal einen Ball gefangen hat.

    Was kann er nicht?

    Manuel Neuer sein. Sollte ter Stegen bei der WM im Tor stehen, wird er besonders beäugt werden. „Hätte Neuer den gehabt?“, könnte zur nervigsten Frage des Sommers werden.

  • Kevin Trapp: 27 Jahre, 3 Länderspiele, Merzig

    Kevin Trapp
    • Tor
    • Paris St. Germain
    • WM-Tourist
    • Saarland

    Was kann er?

    Als dritter Torwart zur WM fahren. Immerhin. Das können 99,9 Prozent aller deutschen Torhüter nicht von sich behaupten.

    Was kann er nicht?

    Bälle halten. Zumindest darf er es kaum noch. Für Paris St. Germain stand er in der Liga nur dreimal im Tor, er hat seinen Stammplatz an Alphonse Areola verloren. Vielleicht hat ja sein neue Trainer Thomas Tuchel ein Herz für ihn.

  • Jérôme Boateng: 29 Jahre, 70 Länderspiele, ein Tor, Berlin

    Jérôme Boateng
    • Abwehr
    • FC Bayern München
    • Stammspieler
    • Berlin

    Was kann er?

    Den Gegner allein durch seine Erscheinung einschüchtern und das Spiel mit Diagonalpässen aufbauen, bei denen auch Toni Kroos anerkennend nickt. Wurde zuletzt wegen einer Muskelverletzung häufig auf der Tribüne gesichtet, was seinen Status als Stilikone des deutschen Fußballs untermauerte. Amerikanische Basketballprofis wären auf Boatengs Kleiderschrank neidisch. In Russland würden wir ihn dann doch lieber im Trikot sehen.

    Was kann er nicht?

    Hat als 1,92 Meter-Hüne gegen wendige Spieler so seine Probleme. Wurde von Messi in der Champions League einmal zu Boden geschickt, autsch. Auch vor der Verletzung schon nicht in der Weltmeister-2014-Form.

  • Mats Hummels: 29 Jahre, 63 Länderspiele, 5 Tore, Bergisch Gladbach

    Mats Hummels
    • Abwehr
    • FC Bayern München
    • Stammspieler
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Auf dem Platz unaufgeregter sein als Wladimir Putin vor der russischen Präsidentschaftswahl. Zweikampfschläue und Beckenbauer-Pässe mit dem Außenrist machen ihn an guten Tagen zu einem der besten Innenverteidiger weit und breit. Ab und an köpft er sogar mal einen Ball ins Tor.

    Was kann er nicht?

    Blonde Haare. Musste sich nach einer verlorenen Wette die Haare färben, inzwischen ist das Übel wieder herausgewachsen. Streut aber auch mit Normalfrisur hier und da haarsträubende Fehler ein.

  • Antonio Rüdiger: 25 Jahre, 23 Länderspiele, ein Tor, Berlin

    Antonio Rüdiger
    • Abwehr
    • FC Chelsea
    • Ergänzungsspieler
    • Berlin

    Was kann er?

    In London ist er trotz namhafter Konkurrenz Stammspieler, auch Löw ist Fan von Rüdiger. Hinter Hummels und Boateng der Innenverteidiger Nummer drei im Kader. Nicht nur für einen Abwehrspieler ist er außergewöhnlich schnell.

    Was kann er nicht?

    Wird oft mit dem jungen Boateng verglichen und ist tatsächlich, ganz wie sein Vorbild, immer mal wieder für einen Stellungsfehler gut. Die Sache mit dem Aufbauspiel zeigt ihm Boateng sicher noch. Swagtechnisch ist Rüdiger schon gut dabei.

  • Niklas Süle: 22 Jahre, 9 Länderspiele, Frankfurt am Main

    Niklas Süle
    • Abwehr
    • FC Bayern München
    • Ergänzungsspieler
    • Hessen

    Was kann er?

    Hat selbst ohne gezieltes Training einen Körper, auf den auch Tim Wiese stolz wäre. Mit dem Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster (Spitzname: „Der Treter mit dem Engelsgesicht“) hat Süle einen Berater, der zu seiner Spielweise passt. In München ist er hinter dem Duo Boateng/Hummels die erste Alternative, bei Löw muss er sich hinter Rüdiger einreihen.

    Was kann er nicht?

    Hat sein großes Laster bereits publik gemacht: Fast Food. Früher täglich, jetzt nur noch in unregelmäßigen Abständen. Braucht nicht zuletzt deshalb etwas, um Geschwindigkeit aufzunehmen.

  • Matthias Ginter: 24 Jahre, 17 Länderspiele, Freiburg

    Matthias Ginter
    • Abwehr
    • Borussia Mönchengladbach
    • WM-Tourist
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Weltmeister werden ohne zu schwitzen. Im aktuellen Kader ist er der einzig Verbliebene des Quintetts (Weidenfeller, Zieler, Großkreutz und Durm), das 2014 den Titel holte, ohne auch nur eine Minute gespielt zu haben. Galt einst als größtes deutsches Verteidigertalent. Inzwischen ist aus ihm ein ordentlicher Innenverteidiger geworden, der auch auf die rechte Seite ausweichen könnte. Zudem gilt er als einer, der auch mal einen nachdenklichen Satz sagen kann. Für einen Fußballer ist das schon ein Qualitätsmerkmal.

    Was kann er nicht?

    Auffallen. Spielt ein bisschen so, wie er Weltmeister wurde. Vielleicht vergisst Löw ihn ja in Südtirol.

  • Joshua Kimmich: 23 Jahre, 27 Länderspiele, 3 Tore, Rottweil

    Joshua Kimmich
    • Abwehr
    • FC Bayern München
    • Stammspieler
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Punktgenau flanken. In der WM-Qualifikation mit zehn Vorlagen in ebenso vielen Spielen. Versucht wacker die kleinen Schuhe von Philipp Lahm, die so große Fußstapfen hinterließen, auszufüllen und macht seine Sache immer besser.

    Was kann er nicht?

    Verlustiert sich so gerne in des Gegners Hälfte, das er manchmal fast das Verteidigen vergisst. Trifft im Defensivzweikampf nicht immer die richtigen Entscheidungen.

  • Jonas Hector: 27 Jahre, 36 Länderspiele, 3 Tore, Saarbrücken

    Jonas Hector
    • Abwehr
    • 1. FC Köln
    • Startelfkandidat
    • Saarland

    Was kann er?

    Beim FC bleiben. Und Linksverteidiger spielen. Ersteres brachte ihm viel Lob ein, letzteres machte ihn zum Nationalspieler. Egal wie er bei der WM auftritt: In Köln wird man über ihn kein böses Wort verlieren. Seit seinem EM-Elfmeter gegen Italien kennt ihn auch der gemeine Fanmeilenbesucher. Und haben Sie sein Tor am letzten Bundesliga-Spieltag gesehen?

    Was kann er nicht?

    Mittelfeld. In Köln war Hector sogar schon als Spielmacher im Einsatz. Das Experiment ging schief. Könnte zudem dynamischer sein. Was für einen deutschen Linksverteidiger bei Weltmeisterschaften kein Ausschlusskriterium ist, wie Benedikt Höwedes 2014 bewies.

  • Marvin Plattenhardt: 26 Jahre, 6 Länderspiele, Filderstadt

    Marvin Plattenhardt
    • Abwehr
    • Hertha BSC
    • WM-Tourist
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Hinten links spielen. Seit Jahren ist die Position des Linksverteidigers im deutschen Team chronisch unterbesetzt. Spötter sagen, wer deutsch ist, links spielt und geradeaus laufen kann, schafft es daher ins Nationalteam. Das stimmt natürlich nicht, Plattenhardt kann nämlich auch Freistöße schießen.

    Was kann er nicht?

    Einem die Sorge nehmen, die man sich über ihn in einem WM-Halbfinale gegen Frankreich machen würde.

  • Toni Kroos: 28 Jahre, 82 Länderspiele, 12 Tore, Greifswald

    Toni Kroos
    • Mittelfeld
    • Real Madrid
    • Stammspieler
    • Mecklenburg-Vorpommern

    Was kann er?

    Vor zwei Jahren schrieben wir hier, dass wir schon vor zwei Jahren geschrieben hatten: passen, passen, passen. Das stimmt immer noch. Wie ein Ballroboter verteilt Kroos das Spielgerät an seine Kollegen. Hat zudem ein gutes Gespür für Raum und Zeit, bewegt sich elegant, macht wenig Fehler und kann ziemlich gut schießen.

    Was kann er nicht?

    Jemanden mitreißen. Weder Mitspieler noch Fans. Kroos' Spiel ist annähernd perfekt, aber ihm fehlt die Hingabe, die es braucht, um eine kippende Partie in die Hand zu nehmen. Oder hat jemand Toni Kroos schon mal sprinten sehen? Vielleicht ja bei der WM.

  • Mesut Özil: 29 Jahre, 89 Länderspiele, 22 Tore, Gelsenkirchen

    Mesut Özil
    • Mittelfeld
    • FC Arsenal
    • Stammspieler
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Sich unsichtbar machen, nur um dann mit einem Pass aus dem Fußgelenk die gegnerische Abwehr ins Chaos zu stürzen. Er bereitet so viele Tore vor, dass es in England verschiedenste Assist-Witze über ihn gibt, so heißt es nicht mehr "Can I assist you?" sondern "Can I Ozil you?". Einer von Löws Lieblingsspielern. Niemand führt die Kugel so sanft am Fuß wie er. Bei Özil möchte man gerne Ball sein.

    Was kann er nicht?

    Selbst Tore schießen. Auch den Vorwurf, in wichtigen Spielen unterzugehen, bleibt er einen Gegenbeweis schuldig. Schlich etwa nach Arsenals Aus in der Europa League mit hängenden Schultern vom Platz. Und fest steht: Niemand kann so gut die Schultern hängen lassen wie Mesut Özil. Scheint zudem Despoten zu mögen.

  • İlkay Gündoğan: 27 Jahre, 24 Länderspiele, 4 Tore, Gelsenkirchen

    İlkay Gündoğan
    • Mittelfeld
    • Manchester City
    • Startelfkandidat
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Eigentlich alles. Kann dem Gegner in der eigenen Hälfte den Ball klauen und schwupps den Gegenangriff einleiten. Seine Pässe zwischen den Abwehrspielern hindurch gehören zum Besten, was der deutsche Fußball zu bieten hat.

    Was kann er nicht?

    Turniere im Deutschland-Trikot spielen. 2012 blieb er als Ergänzungsspieler ohne Einsatz, 2014 schmerzte der Rücken und 2016 war das Knie lädiert. Auch blöd: Wenn er einen schlechten Tag hat, hat Gündoğan einen schlechten Tag. Es sagt einiges über die Qualität des deutschen Mittelfelds aus, dass Gündoğan bei der WM nur auf der Bank sitzen könnte. Zudem scheint auch er auf dem Despotenauge blind.

  • Sami Khedira: 31 Jahre, 73 Länderspiele, 7 Tore, Stuttgart

    Sami Khedira
    • Mittelfeld
    • Juventus Turin
    • Startelfkandidat
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Überall sein. Viel vor der Abwehr unterwegs, um den Ball zu erobern. Mit seinem kraftvollen Spiel fast ein Exot im ansonsten fast körperlos agierenden deutschen Mittelfeld. Löw weiß, dass er sich auf den Kämpfer Khedira verlassen kann.

    Was kann er nicht?

    Dribbeln. Mit gesenktem Kopf galoppiert Khedira hin und wieder über den Platz und vergisst, den Ball bei seinen technisch begabteren Kollegen abzuliefern. Der Anti-Kroos sozusagen. Macht aber manchmal auch Tore.

  • Leon Goretzka: 23 Jahre, 14 Länderspiele, 6 Tore, Bochum

    Leon Goretzka
    • Mittelfeld
    • Schalke 04
    • Ergänzungsspieler
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Alles ganz gut. Auf Schalke war er als offensiver Mittelfeldspieler gefragt, Löw setzt ihn auch auf der rechten Seite ein. Macht für einen Mittelfeldspieler relativ viele Tore, und Toreschießen ist im Fußball ja stets eine gute Idee. Kann sich in Russland schon mal orientieren, wie eine WM so ist. In vier Jahren dann wohl Stammspieler.

    Was kann er nicht?

    Streut hin und wieder Spiele ein, in denen er komplett abtaucht. Auch die Reaktionen auf seinen Wechsel zu den Bayern scheinen Eindruck hinterlassen zu haben. Kann sich aber in der nächsten Saison wieder auf Fußball konzentrieren. Oder neben Sebastian Rudy auf der Bank sitzen.

  • Sebastian Rudy: 28 Jahre, 24 Länderspiele, ein Tor, Villingen-Schwenningen

    Sebastian Rudy
    • Abwehr
    • FC Bayern München
    • WM-Tourist
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Verteilt im Mittelfeld die Bälle mit dem Esprit eines Versicherungskaufmanns. Das ist ein Lob, liebe Versicherungskaufmänner, sie können sich die Leserbriefe sparen. Bei Joachim Löw ist er als Rechtsverteidiger gefragt, was für den ruhigen Rudy aber etwas zu aufregend sein könnte.

    Was kann er nicht?

    So gut sein, dass er unbedingt spielen muss. Weder beim FC Bayern, noch in der DFB-Auswahl.

  • Thomas Müller: 28 Jahre, 90 Länderspiele, 38 Tore, Weilheim

    Thomas Müller
    • Mittelfeld
    • FC Bayern München
    • Stammspieler
    • Bayern

    Was kann er?

    Tore schießen, Kruzifix! Vor allem bei Weltmeisterschaften. 2010 und 2014 machte er jeweils fünf Treffer. Mehr als Uwe Seeler, mehr als Maradona. Der Kerl mit den Storchenbeinen ist noch immer ein Phänomen, weil er immer da auftaucht, wo ihn niemand vermutet. Könnte am Nachnamen liegen. Will zudem immer gewinnen. Immer! Auch seine Qualitäten als Interviewpartner sind nicht zu unterschätzen.

    Was kann er nicht?

    Nicht auch mal schlechte Tage haben. Dann wirkt er wie der Kerl aus der Bezirksliga, der sich das DFB-Trikot drüber gezogen und sich aufs Feld geschlichen hat.

  • Julian Draxler: 24 Jahre, 42 Länderspiele, 6 Tore, Gladbeck

    Julian Draxler
    • Mittelfeld
    • Paris St. Germain
    • Startelfkandidat
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Übersteiger und Tempodribblings. Hat sich in der Nationalmannschaft als feste Größe etabliert, was erstaunlich ist, da er in Paris oft nur zweite Wahl ist. Hat technisch alle Möglichkeiten, um seine Gegner schwindelig zu spielen, verliert aber auch selbst gerne mal die Orientierung.

    Was kann er nicht?

    Vereine wechseln. Verließ Schalke überstürzt Richtung Wolfsburg, wo er nach nur zwei Jahren keine Volkswagen mehr sehen konnte. Ging dann ins Wolfsburg des Westens, Paris. Dort scheint er aber auch nicht so glücklich. Aber der nächste Umzugswagen kommt bestimmt.

  • Marco Reus: 28 Jahre, 29 Länderspiele, 9 Tore, Dortmund

    Marco Reus
    • Mittelfeld
    • Borussia Dortmund
    • Startelfkandidat
    • Nordrhein-Westfalen

    Was kann er?

    Dribbeln, Tore schießen, zum Friseur gehen. Ein gesunder Marco Reus tut jeder Mannschaft gut und löst bei jeder gegnerischen Abwehr mittelschwere Schweißausbrüche aus. Hat jetzt sogar einen Führerschein.

    Was kann er nicht?

    Verletzungsfrei bleiben. In dieser Saison war es ein Kreuzbandanriss, der sein Mitwirken verzögerte. Für Deutschland verpasste er die WM 2014 und die EM 2016. Derzeit ist er fit. Wir möchten Sie bitten, jetzt dreimal auf ein Stück Holz zu klopfen. Danke.

  • Julian Brandt: 23 Jahre, 14 Länderspiele, ein Tor, Bremen

    Julian Brandt
    • Mittelfeld
    • Bayer Leverkusen
    • Ergänzungsspieler
    • Bremen

    Was kann er?

    Timing. Befand sich pünktlich zum Saisonendspurt in bester Form und verdiente sich so die Nominierung. Schnell und kreativ, ein Spieler, wie ihn Löw gerne hat. Steht aber immer noch unter Milchgesicht-Verdacht.

    Was kann er nicht?

    Sich entscheiden. Vor allem vor dem Tor hat er noch zu oft die falsche Idee. Aber der Kerl ist ja noch jung.

  • Timo Werner: 22 Jahre, 12 Länderspiele, 7 Tore, Stuttgart

    Timo Werner
    • Sturm
    • RB Leipzig
    • Startelfkandidat
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Entwischt seinen Gegenspielern schneller als Dietrich Mateschitz Rasenballsport sagen kann. Führt ein Leben an der Abseitsgrenze. Für Deutschland mit beeindruckender Torquote. Mittlerweile haben die deutschen Fans auch ihren Frieden mit ihm gemacht.

    Was kann er nicht?

    Den Platz verlängern. Auch, wenn er sich das sicher wünscht. Hin und wieder rennt er nämlich mit dem Ball ins Toraus – ist aber auch klein so ein Fußballfeld. Gegen sehr defensive Gegner fehlt ihm oft der Raum.

  • Mario Gomez: 32 Jahre, 73 Länderspiele, 31 Tore, Riedlingen

    Mario Gomez
    • Sturm
    • VfB Stuttgart
    • Startelfkandidat
    • Baden-Württemberg

    Was kann er?

    Offenbar Zeitmaschinen bauen. Trifft seit seiner Rückkehr nach Stuttgart wie zu alten Zeiten. Schießt im Sechzehner aus allen Lagen und hat dabei oft das Glück des Erfahrenen auf seiner Seite. Außerhalb des Platzes tritt er fast altersweise auf, er hat eben schon alle Tore gesehen. Zudem: Kein großes Turnier ist komplett ohne den Mario-Gomez-Button. Cha, cha!

    Was kann er nicht?

    Auch auf seine alten Fußballtage wird aus Gomez kein Löw-Stürmer. Hin und wieder vergisst Gomez die Bügeleisen aus dem Schuh zu nehmen. Soll heißen: Der Ball springt ihm gerne mal vom Fuß. Immerhin schießt er viel seltener über das leere Tor als einst.

Am 8. Juni geht es nun noch einmal in einem Test gegen Saudi-Arabien, am 12. Juni dann nach Moskau.