Deutschland bleibt bei der Eishockey-WM in Dänemark sieglos. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm verlor gegen die USA auch das dritte Vorrundenspiel mit 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) – trotz bislang bester Turnierleistung und einer sehr guten Performance von Nikklas Treutle im Tor. Zu viele Strafzeiten im zweiten Drittel verhinderten den möglichen Coup gegen den Mitfavoriten, gegen den die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften noch gewonnen hatte.  

Vor 10.301 Zuschauern in Herning nutzte Patrick Kane von den Chicago Blackhawks eine Strafzeit gegen Daniel Pietta zur Führung (31.) für das NHL-Ensemble der USA. Bis dahin hatten beide Teams gute Chancen ungenutzt gelassen. Vor allem WM-Debütant Treutle von den Nürnberg Ice Tigers hielt überragend. Dennoch wurde der 27-Jährige zwei Minuten später durch Derek Ryan (33.) aus Carolina erneut in Unterzahl geschlagen. Im zweiten Drittel schwächte sich die deutsche Auswahl entscheidend selbst, indem sie fünf Strafzeiten in zehn Minuten kassierte. Deutschland blieb torlos, sodass Chicagos Alex DeBrincat (51.) im Schlussdrittel nach einem Fehler von Jonas Müller für die Entscheidung sorgen konnte.

2015 und 2016 hatte Sturm das Nationalteam jeweils ins Viertelfinale geführt. Dieses Ziel erscheint nun immer unwahrscheinlicher. Erstmals seit fünf Jahren startete ein DEB-Team wieder mit drei Niederlagen – zunächst gegen Dänemark, dann Norwegen und nun gegen die USA – in eine Weltmeisterschaft. Als Favoriten bei der WM gelten Kanada, die USA und Russland.

Nach einem Ruhetag muss Deutschland am Mittwoch gegen den Aufsteiger und klaren Außenseiter Südkorea gewinnen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Soll es mit dem nun fast unmöglich erscheinenden erneuten Viertelfinaleinzug doch noch klappen, müsste eine kleine Sensation gegen Finnland oder Kanada her. "Wir wissen, dass noch Möglichkeiten bestehen", kommentierte der deutsche NHL-Stürmer Leon Draisaitl.

Bei der WM wird in zwei Gruppen mit je acht Teams die Vorrunde ausgespielt. Während die jeweils besten vier Mannschaften ins Viertelfinale kommen, steigen die Gruppenletzten in die Division I ab. Allein die Slowakei kann als Gastgeber der WM 2019 nicht absteigen. Anstelle der Absteiger rücken zwei Teams aus der Division I in Gruppe A auf. Die besten 14 Nationen sind direkt für die kommende WM qualifiziert.

Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatte das deutsche Team den zweiten Platz und eine Silbermedaille erkämpft – der größte Erfolg eines deutschen Eishockeyteams bei Olympischen Winterspielen.