Wer spielt wann gegen wen?

Egal, welche Farben Sie tragen, bügeln Sie das Trikot noch mal auf, legen Sie sich das Kleingeld für die Stadionwurst zurecht und summen Sie die Vereinshymne ein letztes Mal: Nach diesem Wochenende geht es erst in mehr als drei Monaten wieder los. Ein vorerst letztes Mal: Ihre Herzchen bitte.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

HSV gegen Gladbach. Falls Sie zum HSV halten, könnte ihre Sommerpause nicht ganz so lang werden: Die 2. Liga beginnt schon Anfang August. Streicheln Sie Ihre Raute, es könnte der letzte zärtliche Gruß an die erste Liga gewesen sein. Kein anderes Schicksal hat das Land in den vergangenen Jahren zu mehr Debatten gezwungen als das vom HSV. Zweifelsohne darf sich das Mitleid in Grenzen halten, wenn man mit dem Hamburger Weg der vergangenen Jahre vertraut ist. Doch jeder Fußballfan weiß, dass der Abstieg schmerzt, besonders der erste. Vielleicht leidet man erst dann mit dem HSV-Fan, wenn man die stolze Hansestadt die roten Hosen für die Fahrt nach Sandhausen einpacken sieht.

Aber auch Hamburg selbst hält die Luft an. Die manchmal dreisten, koketten Töne, man schaffe es doch immer noch last minute in die Relegation, sind der Angst gewichen. Das eigene Wohl hängt an einem anderen Tropf, an dem der Kölner. Gewinnt der schon abgestiegene Effzeh nicht in Wolfsburg, ist der HSV zum ersten Mal aus der Bundesliga verschwunden, egal, wie er selbst spielt. Ein verzweifelter HSV-Fan bot dem Kölner Team 50 Liter Freibier für ein gutes Ergebnis. Die Kölner lehnten ab, so wie es jeder normale Mensch bei so viel Kölsch täte. Vielleicht braucht der Hamburger das Bier zur Betäubung bald selbst.

Welches Spiel können Sie verpassen?

Wolfsburg gegen Köln. Wenn es am Ende der Saison ein Spiel gibt, das Sie nur denjenigen empfehlen würden, die Abstand vom Fußball halten wollen, dann dieses. Zwar haben sich die Kölner wieder einigermaßen berappelt und erweckten in den vergangenen Spielen den Eindruck, dass sie sich anständig aus der Liga verabschieden wollen. Und die respektable Zahl von 5.000 Kölner Fans werden ihr Team zum vorerst letzten Auftritt nach Wolfsburg begleiten. Trotzdem bleibt es aus fußballästhetischer Sicht eine der schlimmeren Spielzeiten für die Kölner. Und in Wolfsburg haben die Anhänger nach der zweiten hundsmiserablen Saison in Serie ohnehin kaum noch Lust, ihr Team zu unterstützen. Seitdem Bruno Labbadia im März als Trainer vorgestellt wurde, singen einige: "Wir steigen ab, wir kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia." Dabei bräuchte Wolfsburg nur ein Unentschieden, um sich erneut in die Relegation zu retten. Verliert Freiburg und gewinnt Wolfsburg, bleibt der VfL sogar. Dafür müsste er aber anfangen, Fußball zu spielen. Spielt Wolfsburg aber so wie in den vergangenen Wochen, könnten die Kölner zum Abschied noch Millionen Fußballanhängern einen großen Gefallen tun und Wolfsburg mit in die zweite Liga nehmen. 

Wer steht im Blickpunkt?

Die Anzeige im Sinsheimer Stadion. Hoffenheim und Dortmund spielen dort um die Champions League und es könnte ein Ergebnis geben, das beiden ganz gelegen kommt. Wenn Hoffenheim knapp und Leverkusen gleichzeitig mit nicht mehr als fünf Toren Unterschied gegen Hannover gewänne, zögen der BVB und die TSG in die Champions League ein. Leverkusen bliebe nur die Europa League. Ein Hoffenheimer Nichtangriffspakt also? Wohl kaum. Dortmunds Peter Stöger will vielleicht doch noch mal für sich und eine Vertragsverlängerung werben. Und falls er das nicht schafft, könnte sein Nachfolger ja auf der anderen Trainerbank sitzen. Julian Nagelsmanns Name kursiert in Dortmund noch immer. Ein Spiel wie ein Assessment-Center.