Den Spielern der nordamerikanischen National Football League (NFL) ist es künftig verboten, vor Beginn der Spiele in den Stadien zu knien. Wer während des Abspielens und Singens der Nationalhymne nicht stehen wolle, könne in der Kabine bleiben, hieß es in einer Mitteilung der Liga. Es würden aber jene bestraft, die "nicht stehen und Respekt zeigen gegenüber der Flagge oder der Hymne", teilte die NFL mit. Die Chefs der Vereine hätten der neuen Regelung zugestimmt.

In den USA ist es üblich, dass Zuschauer und Spieler während der Nationalhymne, die vor jedem Spiel erklingt, aufstehen und die rechte Hand aufs Herz halten. Im September vergangenen Jahres hatte sich jedoch erstmals ein NFL-Spieler geweigert, während der Hymne aufzustehen. Er wollte damit gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA protestieren. Weitere Spieler schlossen sich darauf dieser Form des Protests an, um gegen die Ungleichbehandlung von Schwarzen in den USA sowie dann auch gegen US-Präsident Donald Trump zu protestieren. Er hatte den ersten knienden Spieler unter anderem als "Hurensohn" bezeichnet.

Trump forderte die NFL damals auf, ihre Einstellung zu überdenken. Die amerikanische Flagge müsse geehrt und respektiert werden, so der US-Präsident.

NFL-Commissioner Roger Goodell sagte nun nach Verabschiedung der neuen Regeln, es sei in der Vergangenheit bei vielen der falsche Eindruck entstanden, dass "Tausende NFL-Spieler unpatriotisch" gewesen seien. Dies sei nicht der Fall und sei es auch nie gewesen. "In dieser Saison sollen alle Liga- und Teammitglieder aufstehen und der Flagge und der Hymne Respekt zeigen", so Goodell. Diese Entscheidung werde es ermöglichen, sich wieder auf das Spiel und auf die Athleten zu konzentrieren – und auf die Fans, die das Spiel genießen wollten.

Spieler wurden nicht gefragt

Die Spielergewerkschaft NFLPA kritisierte die Vereinbarung und den damit verbundenen Alleingang der Liga und der Vereinschefs. Man habe sich vor Bekanntgabe der neuen Regelung nicht mit der NFLPA abgesprochen. Die Spieler würden ihren Patriotismus immer wieder beweisen, sei es über ihr soziales Engagement oder aber durch Protest. Man werde die neuen Regelungen nun genau prüfen, hieß es in einer Mitteilung der NFLPA.