Wer spielte wie gegen wen?

Freiburg bleibt für Sie unschlagbar, liebe Leserinnen und Leser.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Mainz. Es war das schwierigste Mainzer Jahr seit dem Wiederaufstieg 2009, zwischendurch in dieser Saison kickte der FSV so armselig, dass man am Rhein einen alten Büttenwitz aufwärmte: "Ein Stürmer von Mainz 05 steht im Himmel vor Petrus. Fragt der erstaunt: 'Sie hier? Wie haben Sie denn das Tor gefunden?'" 

Doch nach zwei Siegen in Serie, immerhin gegen Leipzig und Dortmund, rettet sich die Mannschaft von Sandro Schwarz auf überzeugende Art. Und schreibt eine schöne Geschichte: Beide Male traf der Deutsch-Kongolese Bote Nzuzi Baku, der seit der E-Jugend im Verein ist. Seinen Spitznamen Ridle, benannt tatsächlich nach dem ehemaligen Dortmunder Torjäger, ließ er sich kürzlich offiziell in seinen Pass eintragen. Vorige Woche gab er sein Debüt, dabei war er eigentlich schon auf dem Weg zum Regionalligaspiel mit der U23 gewesen. Doch man ließ ihn von der Raststätte zurückholen. Dann Tor gegen Leipzig, jetzt Tor gegen Dortmund. Und der FSV Mainz 05, der Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Christian Heidel und auch Marco Rose hervorgebracht hat, aber auch diese erinnerungswürdige Torjägeraktion, bleibt der Bundesliga erhalten.

Für die Dortmunder war es natürlich ein blöder Tag: Sie verpassten die vorzeitige Quali für die Champions League, obwohl schon ein Unentschieden genügt hätte. Immerhin gab's was fürs schwarz-gelbe Herz. Roman Weidenfeller war zu besten Klopp-Zeiten der Mann in der Kiste und stets ein guter Geist nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im ganzen Verein. Die Südtribüne verabschiedete ihn nach 16 Jahren BVB mit einer riesigen Choreo.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Köln gegen Bayern. Zwar war die Stimmung in Köln trotz Abstieg bestens, auch gab es ein wirklich elegantes Eigentor von Niklas Süle zu bestaunen, schon seit drittes in dieser Saison. Doch Robert Lewandowski machte wieder mal das Böckchen, weil er kurz vor Schluss ausgewechselt wurde. Daraufhin maßregelte ihn Jupp Heynckes sichtbar an der Seitenlinie, zeigte sich nachher aber wieder großherzig: "Wir Torjäger sind nun mal egoistisch." Der Trainer der Bayern ist ein guter Pädagoge. Weniger Verständnis zeigte Paul Breitner, der auf Sport 1 über den Polen sagte: "Ein Stürmer, der von sich glaubt, auf dem Level von Ronaldo zu sein, muss das auch beweisen. Das tut er nicht. Bei ihm fehlt es an Selbsteinschätzung, er zeigt keinen Respekt der Mannschaft und dem Trainer gegenüber. Die Mannschaft wird sich noch mal fragen, ob das ein Typ ist, den sie weiter bei sich haben will."

Wer stand im Blickpunkt?

Alex Meier – und nicht der HSV. Fast ein Jahr lang war der Frankfurter verletzt, und man weiß nicht, ob der 35-Jährige weiterspielen wird. Kurz vor Schluss wurde er eingewechselt, aber natürlich immer noch lange genug, um einen Volley ins Tor zu legen. Das Waldstadion tobte, kochte, weinte vor Freude. Die Eintracht ist zwar recht erfolgreich, aber ein Verein der hohen Fluktuation geworden. Und Niko Kovač hat durch sein rhetorisches Taktieren bei seinem Wechsel zu Bayern die Temperaturen deutlich runtergekühlt. Einen wie Meier, seit 2004 bei der Eintracht und in dieser Zeit ihr wichtigster Spieler, haben die Fans ins Herz geschlossen. Lauter als bei seinem Tor könnte es auch bei einer Frankfurter Meisterschaft nicht sein.

Eine Nebenrolle spielte an diesem Tag unerwartet nur der HSV. Vorne zu harmlos, hinten zu löchrig – nach der Niederlage steht Hamburg nun doch vor dem ersten Abstieg und muss auf den Absteiger Köln hoffen, der Wolfsburg schlagen soll. Der HSV hatte aber auch Pech: Das Tor von Tatsuya Itō wurde aberkannt, es wäre das 0:1 gewesen. Doch Günter Perl, der Mann am Bildschirm in Köln, will ihn im Abseits gesehen haben. Das war selbst in der x-ten Zeitlupe und auch mit kalibrierten Linien, die im Fernsehen gezeigt wurden, Perl aber gar nicht zur Verfügung standen, nicht zu beurteilen. Itō mag vielleicht drei Millimeter im Abseits gewesen sein, vielleicht aber auch gar nicht. Jedenfalls gingen in dieser Saison schon Tore durch, bei denen der Schütze ein bisschen mehr im Abseits stand als Itō. Will man Abseits demnächst mit dem Mikroskop beurteilen? Auch kommt es darauf an, wie man die Linie zieht und den Abspielzeitpunkt festhält, der ja auch eine Zehntelsekunde dauert. Es gibt starke Bedenken gegen den Videobeweis‚ etwa dass er dem Spiel die Intensität, den Fluss und die Echtheit nimmt. Wenn er aber selbst bei objektiv Messbarem wie Abseits nicht zu klaren Entscheidungen führt, ist er wertlos.

In Australien hat ein Aussetzer der Technik sogar die Meisterschaft entschieden.