Englands Kapitän Harry Kane hat seiner Mannschaft im Spiel gegen Tunesien noch spät drei Punkte beschert: Der Engländer traf in der Nachspielzeit per Kopf, auch der erste Treffer des Spiels ging auf sein Konto. Insgesamt gewann das Team mit 2:1.

Bereits in der 11. Minute ging das englische Team in Wolgograd durch Kane in Führung, in der 35. Minute kam Tunesien zum Ausgleich. Ferjani Sassi verwandelte einen Foulelfmeter, nachdem der Engländer Kyle Walker Fakhreddine Ben Youssef mit dem Arm im Gesicht getroffen hatte. Es dauerte bis zur 91. Minute, bevor Kane den Siegtreffer erzielte.

Dabei starteten die Engländer fulminant. Jesse Lingard, Jordan Henderson und Raheem Sterling tauchten innerhalb der ersten fünf Minuten gefährlich vor dem Tor der Tunesier auf. Schon nach einer knappen Viertelstunde dann der erste Schlag für Tunesien: Torwart Mouez Hassen musste vom Platz. Unter Tränen verließ der an der Schulter verletzte Torwart den Rasen und wurde durch Farouk Ben Mustapha ersetzt. Beim Gegentreffer zuvor war Hassen machtlos. Einen Kopfball von John Stones wehrte er noch reaktionsschnell ab, den Abstauber von Kane konnte er nicht halten. 

Statt schnell das zweite Tor nachzulegen, mussten die Engländer den Gegentreffer hinnehmen. Die Nordafrikaner legten ihre anfängliche Nervosität und Fahrigkeit langsam ein wenig ab, die Abwehr wirkte aber dennoch weiter konfus. England hätte früher führen müssen. Dann aber zeigte der kolumbianische Schiedsrichter Wilmar Roldan zum Entsetzen der Engländer auf den Elfmeterpunkt. Nach einer Flanke von der rechten Seite ging Ben Youssef nach einer Berührung von Kyle Walker im Luftduell zu Boden. Roland pfiff, zeigte Walker Gelb – und Sassi verwandelte den Strafstoß souverän zum 1:1 und zum ersten Tor einer afrikanischen Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft. 

Das gefährlichere Team blieb jedoch auch im Anschluss England. Syam Ben Youssef köpfte an die Latte des eigenen Tores (39.), Stones traf den Ball nicht, Lingard scheiterte am Außenpfosten (44.). Auch nach dem Seitenwechsel und einer Bilanz von 12:4 Torschüssen in den ersten 45 Minuten drängten die Engländer auf den zweiten Treffer, fanden aber zu selten den Weg in den Strafraum.

Englands Trainer Gareth Southgate brachte mit Marcus Rashford einen neuen Stürmer, kurz darauf ging ein Freistoß von Kieran Trippier knapp vorbei (69.). Die Tunesier beschränkten sich auf die Defensivarbeit und überquerten die Mittellinie nur noch sporadisch. Kreative Lösungen fielen den Engländern aber viel zu selten ein. Auch Ashley Youngs Freistoß verfehlte sein Ziel (79.). Dann aber schlug Kane in der Nachspielzeit doch noch mit einem Kopfball zu.

England und Tunesien spielen in der Gruppe G mit Belgien und Panama. Das Spiel am Nachmittag entschieden die Europäer gegen den WM-Neuling Panama mit 3:0 für sich.