Die Fifa hätte sich unsterblich gemacht, wenn sie Donald Trump eine Niederlage bereitet hätte. Doch im Gegensatz zu Barack Obama, der mit der Olympiabewerbung Chicagos scheiterte, hat Trump die Fußballweltmeisterschaft nach Amerika geholt. 2026 findet ein Dreiländerturnier in Kanada, Mexiko und den USA statt.

Am Mittwoch hat die Fifa zum ersten Mal seit dem historischen 2. Dezember 2010 wieder eine WM vergeben. Damals gewannen Russland und Katar, jeweils die beiden schlechtesten Bewerber. Die Indizien für Korruption füllen ganze Akten. Und auch wenn die aktuelle Wahl nicht so skandalös ausfiel wie damals – Begeisterung kann dieser Deal nicht auslösen.

Zwar fällt einem nicht wie in Russland und Katar als Erstes die Verletzung von Menschenrechten ein, von Guantanamo und den politischen Morden im Drogenkartellland Mexiko abgesehen. Auch gibt es keinen Hinweis für Stimmenkauf, und der Mitbewerber Marokko war objektiv schlechter. Doch Geld war auch diesmal im Spiel. Nordamerika gewann vor allem, weil es der wichtigere Markt als Marokko ist. Die Sieger versprachen der gar nicht mehr so reichen Fifa angeblich zwölf Milliarden Dollar Einnahmen, rund doppelt so viel wie Marokko.

Der Charme des Neuen kann es jedenfalls nicht gewesen sein. In den USA fand vor nicht sehr langer Zeit, 1994, eine WM statt, in Mexiko gar schon zwei Mal, 1970 und 1986. Kanada und die USA sind zudem keine Fußballnationen, wobei man den Soccerfans lassen muss, dass sie Stimmung machen können. Aber über Gastgeber wie Spanien, England oder Australien hätte sich die Fußballwelt sicher mehr gefreut. Alles Bewerber, die bei der vorigen Wahl von der Fifa um ihre faire Chance betrogen wurden und danach aufgaben.

Atmosphäre über einen ganzen Kontinent verteilt

Nun wird ein ganzer Kontinent Gastgeber. Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde, die USA das drittgrößte, und allein in die Fläche Mexikos, des kleinsten der drei, passt Deutschland mehr als fünf Mal hinein. Diese riesigen Distanzen dürften die Atmosphäre des Turniers drücken.

Auf der anderen Seite braucht die Fifa Platz, 2026 werden auf Initiative des Präsidenten Gianni Infantino erstmals 48 Mannschaften teilnehmen. Das verwässert die Qualität und ist eine zu große Aufgabe für die meisten Bewerber. Kein Wunder also, dass es diesmal nur zwei gab. Was freilich auch daran liegen kann, dass man der Fifa keine gerechte Wahl mehr zutraut.

Die Freude über die Wahl ist selbst im Gewinnerlager klein. Trump nennt die Mexikaner "Vergewaltiger" und will an der gemeinsamen Grenze eine Mauer bauen lassen, einen Grenzzaun gibt es schon. Dem kanadischen Ministerpräsidenten Trudeau wollen Trumps Berater "einen Platz in der Hölle" reservieren. Mexikos und Kanadas Beziehungen zu den USA mögen in acht Jahren vielleicht besser sein, denn dann ist Donald Trump nicht mehr Präsident.

Doch er hätte mit seiner unsportlichen Art nicht durchkommen dürfen. Er hatte Ländern gedroht, ihnen die wirtschaftliche Unterstützung zu entziehen, falls sie nicht für die USA stimmen. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln der Fifa. Auch der zur Neutralität verpflichtete Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich parteiisch verhalten, er versuchte, Marokko auszuschließen. So dringend braucht er das amerikanische Geld. Das alles macht die Entscheidung der Fifa unerträglich.