Der Iran hat bei der Fußball-WM in Russland einen überraschenden Auftaktsieg gefeiert. In Gruppe B setzte sich die Mannschaft gegen das favorisierte Marokko am Freitag mit 1:0 (0:0) durch. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit durch ein Eigentor von Marokkos Aziz Bouhaddouz (90.+5) vom Zweitligisten FC St. Pauli.

Zwei Tage nach der Abstimmungsniederlage bei der Wahl des WM-Gastgebers für 2026 setzten die Marokkaner vom Anpfiff weg Akzente. Schon in der zweiten Minute schoss der Schalker Bundesliga-Profi Amine Harit knapp am Tor vorbei. In der ersten Viertelstunde kamen die Iraner, bei denen Ashkan Dejagah zunächst nur auf der Bank saß, kaum aus ihrer eigenen Hälfte. Für Aufregung sorgte lediglich Masoud Shojaei, der nach einer Attacke gegen Moubarak Boussoufa die Gelbe Karte sah (10.).

Die Nordafrikaner demonstrierten bei ihrer fünften WM-Teilnahme nach 1970, 1986, 1994 und 1998, dass sie den Vergleich der Außenseiter für sich entscheiden wollten. Doch auch bei einer chaotischen Szene im iranischen Strafraum mit mehreren abgeblockten Schusschancen – unter anderem für den früheren Bayern-Profi Medhi Benatia – gelang der Elf von Trainer Hervé Renard kein Tor (19.).

Bei den Iranern verpasste Karim Ansarifard bei einem Konter den erfolgreichen Abschluss (20.). Kurz vor der Pause hatten die Iraner sogar die Möglichkeit zur Führung. Nach einem Konter scheiterte zunächst Sardar Azmoun am stark reagierenden Marokko-Keeper Munir, der auch den Nachschuss von Alireza Jahanbakhsh mit einem Reflex abwehren konnte (43.).

In der zweiten Hälfte zeigten sich beide Mannschaften zweikampfstark, aber nur selten spielerisch-kreativ. Einen Schuss von Marokkos Hakim Ziyech wehrte Alireza Beiranvand stark ab (80.). Der eingewechselte Zweitliga-Profi Aziz Bouhaddouz vom FC St. Pauli besiegelte mit seinem Kopfball-Eigentor (90.+5) das Ergebnis für die Marokkaner.