Julen Lopetegui wird nach der Fußball-WM in Russland Trainer von Real Madrid. Das teilte der Verein mit. Lopetegui folgt auf den zurückgetretenen Zinédine Zidane.

Lopeteguis Vertrag läuft auf drei Jahre, erst kurz vor der WM hatte er seinen Vertrag bei Spanien um zwei Jahre verlängert. Der Wechsel kam für viele Beobachter deswegen unerwartet. Möglich ist er durch eine Ausstiegsklausel, wie aus einer Erklärung des spanischen Fußball-Verbandes (RFEF) hervorgeht. "Die RFEF wird die Zahlung für die Ausstiegsklausel erhalten, damit der derzeitige Nationaltrainer bei Real Madrid unterschreiben wird", heißt es. Eine Ablösesumme wurde nicht genannt.

Der Verband bat um "maximalen Respekt", damit sich die spanische Mannschaft auf ihr erstes WM-Spiel am Freitag gegen den Europameister Portugal konzentrieren kann. Verbandspräsident Luis Rubiales kündigte für diesen Mittwoch eine Pressekonferenz an. 

Seit Juli 2016 ist Lopetegui Trainer der spanischen Nationalmannschaft. Unter ihm verlor der Fußballweltmeister von 2010 kein einziges der 20 Länderspiele. Bei der WM-Qualifikation gewannen die Spanier gegen Italien und spielten im März 1:1 gegen Deutschland. Spätestens nach einem 6:1 gegen Argentinien gilt Spanien als Favorit auf den Weltmeistertitel.

Vor seiner Zeit bei der spanischen Nationalmannschaft hatte Lopetegui zwei Jahre lang den portugiesischen Traditionsverein FC Porto trainiert. In seinem ersten Jahr bei FC Porto kam er mit seiner Mannschaft bis ins Viertelfinale der Champions League. Nachdem die Portugiesen den FC Bayern im Hinspiel 3:1 besiegt hatten, nannte die spanische Sportzeitung AS Lopetegui einen "Giganten" und in Anspielung auf den heutigen Manchester-City-Trainer "Guardiola Nummer zwei". Bei den darauffolgenden Spielen hatte Lopetegui weniger Erfolg, im Januar 2016 beurlaubte ihn der PC Porto schließlich.

Als Spieler war Lopetegui sowohl für Real Madrid als auch den FC Barcelona aktiv, sein einziges Länderspiel war 1994 gegen Kroatien. Außerdem arbeitete er als TV-Kommentator und Club-Scout.