Der spanische Fußballverband hat zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel seiner Nationalmannschaft gegen Portugal Nationaltrainer Julen Lopetegui entlassen. Das teilte Verbandschef Luis Rubiales mit. "Wir stecken in einer komplizierten Situation, die komplizierteste, die man sich vorstellen kann", sagte er im WM-Quartier des früheren Welt- und Europameisters in Krasnodar. "Es ist ein harter Schlag, aber wir stehen zusammen, um nach vorne zu schauen." 

Zuvor war bekannt geworden, dass Lopetegui nach der Weltmeisterschaft in Russland zu Real Madrid wechselt – eine Nachricht, von der der Verband RFEF offenbar überrumpelt worden war. Erst 50 Minuten nach der Real-Mitteilung hatte der RFEF mit einer Presseerklärung reagiert, in der er die Ausstiegsklausel in Lopeteguis Vertrag bestätigte.

Während seines Statements in Krasnodar erhob Verbandschef Rubiales deshalb schwere Vorwürfe gegen Real. "Wir hatten überhaupt keine Information", sagte er – nahm seinen bisherigen Nationaltrainer gleichwohl in Schutz: "Julen hätte es lieber gehabt, wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären."

Während des Turniers in Russland wird nun Sportdirektor Fernando Hierro auf der Bank der spanischen Mannschaft Platz nehmen. Der 50-Jährige, der einst für Real Madrid spielte, bestritt zwischen 1989 und 2002 für La Roja 89 Länderspiele, trainierte bislang aber nur den Zweitligisten Real Oviedo.

Verbandschef Rubiales ließ auf der Pressekonferenz aber erkennen, dass Hierro keine dauerhafte Lösung ist. "Wir suchen einen Trainer – von jetzt an", sagte er. Als Kandidat für das Amt gilt unter anderen U21-Trainer Albert Celades.