Mit einem Freistoßtor in der letzten Minute hat Deutschland das WM-Vorrundenspiel gegen Schweden gewonnen und hat sich damit die Möglichkeit des Einzugs ins Achtelfinale bewahrt. Bundestrainer Joachim zog nach dem Spiel ein im Ganzen positives Fazit: "So wie der Sieg zustande kam, in der Nachspielzeit und mit zehn Spielern auf dem Platz, war er glücklich. Letztendlich war er verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit drangeblieben sind", sagte Löw in der ARD.

Der Bundestrainer sagte, dass die Mannschaft "unglücklich im Abschluss" gewesen sei. Sie habe aber den Gegner enorm unter Druck gesetzt. Löw rechtfertigte zudem seine Veränderungen in der Aufstellung: "Wir haben auf jeden Fall Konkurrenzkampf. Man kann in einem Turnier nicht immer mit derselben Formation spielen."

Ähnlich zufrieden mit der Einstellung der Mannschaft äußerte sich der Schütze des Siegtores: "So wie wir gefightet haben, haben wir uns das verdient am Ende", sagte Toni Kroos. "Es hätte viele Leute gefreut, wenn wir heute rausgeflogen wären, aber so einfach machen wir es ihnen nicht." Jetzt müsse die Mannschaft Südkorea schlagen und dort "von der ersten Minute an Gas geben". Kroos, dessen Fehlpass die schwedische Führung ermöglicht hatte, äußerte sich auch selbstkritisch: "Natürlich geht das erste Tor auf meine Kappe. Aber man muss dann auch die Eier haben, die zweite Halbzeit so zu spielen."

"Die Schmetterlinge fliegen jetzt"

"Wir haben alles reingelegt. Und am Schluss wurden wir belohnt", sagte Stürmer Thomas Müller. "Das Gegentor war natürlich nicht eingeplant. Es ist nicht selbstverständlich, das noch umzubiegen." Das Spiel könne ein entscheidender Wendepunkt sein. "Die Schmetterlinge fliegen jetzt gerade. Möglich ist alles - vom Worst Case bis zum Höchsten der Gefühle", sagte Müller. Marco Reus, Schütze des Ausgleichstreffers zum 1:1, verlor nicht viele Worte: "Tonis Tor - was kann man dazu sagen?", sagte Reus.

Teammanager Oliver Bierhoff lobte die deutsche Spielmoral: "Tolle Moral! Tolle Reaktion mit einem Mann in Unterzahl! Die Mannschaft lebt, sie ist intakt. Wir haben den Willen und eine hohe Qualität. Der breite Kader mit vielen guten Spielen wird uns helfen."

"In Unterzahl! Wahnsinn"

Die Bundesregierung gratulierte der Nationalmannschaft. "In Unterzahl! Wahnsinn! Danke für dieses Comeback und Glückwunsch an die Nationalmannschaft!", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Das Bundesinnenministerium twitterte leicht ironisch: "Hat etwa irgendjemand daran gezweifelt? Glückwunsch zum 2:1!"

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte, die deutsche Mannschaft habe sich das Glück erarbeitet und so einen verdienten Sieg davongetragen. Man habe deutlich besser gespielt als gegen Mexiko: "Da war Zug drin, da war klare Zuordnung, da waren Kombinationen, wie wir sie gegen Mexiko nicht gesehen haben." Jogi Löws Veränderungen in der Aufstellung hätten sich als richtig erwiesen.

Englands Fußball-Legende Gary Lineker wandelte passend zum Spielausgang sein berühmtes Zitat ab. "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach und am Ende gewinnen immer die Deutschen", hatte Lineker nach dem Halbfinal-Aus Englands gegen die Deutschen bei der WM 1990 kommentiert. "Deutschland muss einen Mann vom Platz schicken. Also rennen 21 Männer für 13 Minuten den Ball hinterher und am Ende gewinnen irgendwie verdammt nochmal die Deutschen", schrieb der 57-Jährige nun nach dem Sieg gegen Schweden auf Twitter.