32 Mannschaften treten bei der Fußball-Weltmeisterschaft an. Für jede hat eine Redakteurin oder ein Autor von ZEIT ONLINE oder DIE ZEIT die Patenschaft übernommen. Unsere WM-Paten begleiten ihr Team durchs Turnier und schreiben persönliche Spielberichte. Vor dem Anpfiff haben sie ihre Jungs porträtiert. Hier: Nigeria.

Zehn Tage, bevor das neue Trikot der nigerianischen Nationalmannschaft auf den Markt kommt, ist es bereits ausverkauft. Drei Millionen Vorbestellungen waren laut dem Fußballverband eingegangen, der Hersteller musste nachlegen. Weil es so lustige Zacken hat. Und weil es an die WM 1994 erinnerte, als Nigeria erst im Achtelfinale ausschied.

Der Hype ums nigerianische Hemd sagt aber auch etwas über die Stimmung im Land aus. Schon als die "Super Eagles" sich Ende vergangenen Jahres durch ein 1:0 in Sambia als erstes afrikanisches Team für die Weltmeisterschaft in Russland qualifizierten, waren die Fans euphorisch. Mannschaft und Trainer konnten stundenlang das Stadion nicht verlassen und tanzten mit den Anhängern.

Wer beim Fußball Leidenschaft und Hingabe sucht sowie den Glauben, dass alles möglich ist, darf die Nigerianer nicht verpassen – auch ohne einen Jay-Jay Okocha. Ein Superstar fehlt im Kader genauso wie eine funktionierende Abwehr.

Das aber stört keinen in dem westafrikanischen Land, die Erwartungen an das Team sind hoch, die Spieler sprechen bereits vom Halbfinale. Dabei hat das Land noch nie das Viertelfinale einer WM erreicht. "Unglücklicherweise sind die Ambitionen hier ein wenig exzessiv", sagte der Trainer Gernot Rohr. Der deutsch-französische Übungsleiter wird eher zum runterkühlen gebraucht denn als Motivator. Das große Ziel sei es, die Gruppenphase zu überstehen. Schon diese Ankündigung wird als zu bescheiden kritisiert.

Die letzten Tests vor der WM gegen England und Tschechien verliefen nicht gut – allerdings ging es Favoriten wie Deutschland nicht viel besser. In der Gruppe D trifft das westafrikanische Land auf Kroatien, Island und Argentinien. Ausgerechnet gegen die Südamerikaner haben die Super Eagles im Freundschaftsspiel gezeigt, was sie ausmacht: Sie drehten das Spiel und gewannen 4:2, nachdem sie mit zwei Toren zurückgelegen hatten.

Warum wird dieses Team Weltmeister?

Warum nicht?

Warum vielleicht doch nicht?

Weil dann doch die Defensive Titel gewinnt.

Wer kommt ganz groß raus?

Das Trikot.