Der ehemalige Wolfsburger Fußballprofi Bas Dost und weitere wichtige Spieler des portugiesischen Vereins Sporting Lissabon haben ihre Verträge aufgelöst. Nach den Übergriffen einiger gewaltbereiter Anhänger verlassen William Carvalho, Bruno Fernandes und Gelson Martins neben Dost den Verein, teilte Clubpräsident Bruno de Carvalho mit.

Zuvor hatten jeweils Torwart Rui Patrício und Daniel Podence bereits die Auflösung ihrer Verträge beantragt. Neben den Spielern haben zudem Trainer Jorge Jesus, weitere Angehörige des Trainerstabs sowie mehrere Aktionäre den Verein verlassen.

Im Mai war eine Gruppe vermummter Anhänger auf dem Trainingsgelände des Vereins in Alcochete bei Lissabon bis in die Umkleidekabine eingedrungen. Sie prügelten auf mehrere Spieler und Trainer ein. Der 29 Jahre alte Dost trug schwere Kopfverletzungen davon. "Wir alle haben um unser Leben gebangt", schrieb Torwart Patrício anschließend in einem Brief an den Verein, der von Medien veröffentlicht wurde. 

Präsident de Carvalho will gegen Abgänge juristisch vorgehen

Für die Gewalt und weitere Unruhen im Verein wird Präsident de Carvalho verantwortlich gemacht. Der 46-Jährige hatte im Frühjahr nach dem Aus im Viertelfinale der Europa League gegen Atlético Madrid die Profis ungewöhnlich scharf kritisiert und 19 Spieler sogar suspendiert. De Carvalho hob die interne Sperre nach kurzer Zeit zwar auf, setzte seine öffentliche Kritik nach Punktverlusten in der Liga aber fort.

Für Sporting Lissabon bedeutet der Verlust der Spieler eine deutliche Schwächung. Patrício, Carvalho, Martins und Fernandes gehören dem WM-Kader von Europameister Portugal an. Nach einer Schätzung der portugiesischen Zeitung Público könnte Sporting rund 115 Millionen Euro durch die Abgänge verlieren.

Präsident de Carvalho will nun juristisch gegen die Kündigungen vorgehen. Er bot gleichzeitig an, Neuwahlen über sein Amt anzusetzen, falls alle Spieler in Lissabon blieben.